Das Projekt Regional-Stadtbahn Neckar-Alb

Die Region Neckar-Alb steht hinter der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb. Seit Jahren setzen sich die politisch Verantwortlichen für die Umsetzung des zukunftsweisenden Verkehrsprojekts ein, ebenso engagierte Bürgerinnen und Bürger.   

Die Vorteile der Regional-Stadtbahn:
Fährt die Regional-Stadtbahn einmal, können Fahrgäste bequem mit modernen Stadtbahnfahrzeugen in der Region den ÖPNV nutzen. Weitgehend umsteigefrei könnte man vom Umland bis in die Reutlinger und Tübinger Innenstädte fahren. Ein 30-Minuten-Takt wäre überall garantiert. Dort, wo sich mehrere Linien streckenmäßig überlagern und parallel verlaufen, kann sich auch ein 15-Minuten-Takt ergeben.
Die Regional-Stadtbahn und ein darauf abgestimmter Busverkehr wären so insbesondere auch für Arbeitspendler eine ernsthafte Alternative zum Auto. Hauptgewinner wären Klima und Umwelt. Die Region würde dadurch als Wohn- und Wirtschaftsstandort noch attraktiver werden.

Die Partner der Regional-Stadtbahn:
Die sechs Partner des Regional-Stadtbahn-Projekts sind die Landkreise Reutlingen, Tübingen und Zollernalb, die Städte Reutlingen und Tübingen sowie der Regionalverband Neckar-Alb.

Strecken und Teilnetze der Regional-Stadtbahn:
Die Regional-Stadtbahn wird auf einem rund 190 Kilometer langen Streckennetz fahren. Viele Gleise sind bereits vorhanden - zum Beispiel die Ermstalbahn oder die Neckartalbahn. 44 Kilometer müssen neu gebaut und 166 Kilometer elektrifiziert werden.
Die Regional-Stadtbahn verbindet die drei Landkreise Reutlingen, Tübingen und Zollernalbkreis. Zur besseren Umsetzung wurden drei Teilnetze gebildet:

  • Teilnetz 1: Stadtgebiet Reutlingen, Pfullingen, Tübingen, Neckartalbahn und Ammertalbahn, Ermstalbahn sowie der Albaufstieg
  • Teilnetz 2: Zollernalb-Bahn und Talgang-Bahn
  • Teilnetz 3: Gomaringer Spange (Querverbindung Reutlingen - Dusslingen)

Die geplanten "Endstationen" sind Bad Urach, Kleinengstingen, Herrenberg, Horb, Onstmettingen, Tübingen/Waldhäuser-Ost.

Für eine Übersicht über das gesamte Streckennetz klicken Sie hier.

Die Standardisierte Bewertung als Voraussetzung:
Standardisierte Bewertungen entscheiden über die Förderfähigkeit eines Verkehrsprojekts durch Land und Bund. Gegenstand der Standardisierten Bewertung ist eine gesamtwirtschaftliche Kosten-Nutzen-Untersuchung.
Ziel der Gutachter ist es, ein Konzept zu entwickeln, dessen volks- und betriebswirtschaftlicher Nutzen höher ist als seine Kosten. Nach der Systematik der Standardisierten Bewertung gilt es, einen Nutzen-Kosten-Quotient (NKI) zu erbringen, der über 1,0 liegt. 
Die Standardisierte Bewertung ist abgeschlossen und damit die Wirtschaftlichkeit und grundsätzliche Förderfähigkeit des Gesamtprojekts mit einem NKI von 1,37 nachgewiesen.

Die Kosten:
Die Standardisierte Bewertung geht von 575 Millionen Euro Investitionskosten aus. Zur bundesweiten Vergleichbarkeit ist dieser Wert auf das Jahr 2006 bezogen. Ziel ist, dass sich Bund und Land daran mit 80 Prozent beteiligen.

Realisierung eines ersten RSB-Moduls:
Das Gesamtprojekt kann aufgrund der aktuellen Fördersituation nicht vollständig umgesetzt werden. Das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz des Bundes läuft im Jahre 2019 aus. Es ist daher eine schrittweise Realisierung vorgesehen. Als Einstieg wurde ein erstes Teilmodul entwickelt: Stadtbahngerechter Ausbau mit Elektrifizierung der Ammertal- und Ermstalbahn mit neuen Haltepunkten auf der Neckartalbahn.

Die Vorplanung ist abgeschlossen und im Juni 2014 wurde der erforderliche Teil-Rahmenantrag beim Land eingereicht. Die Planungen werden nach der aktuellen Beschlusslage in den politischen Gremien bis zum Abschluss der Entwurfs- und Genehmigungsplanung und bis zum Erlass des Planfeststellungsbeschlusses fortgesetzt.

Für die beiden Planfeststellungsabschnitte Bahnhof Metzingen und Ermstalbahn ist die Offenlage der Planfeststellungsunterlagen durch das RP Tübingen erfolgt. Die Anhörung läuft bis Ende Februar 2016. Die Unterlagen sind auf der Homepage des RP Tübingen einzusehen.

Zur Homepage des Regierungspräsidiums

Es ist geplant, die Planfeststellungsunterlagen für die weiteren Planfeststellungsabschnitte nach und nach einzureichen. Die Planfeststellungsbeschlüsse für alle sechs Planfeststellungsabschnitte werden im ersten Halbjahr 2016 erwartet.

Für das erste Modul werden derzeit Gesamtkosten (Planungsstand Vorplanung 2014) von 105,1 Mio EUR veranschlagt, davon sind 88,8 Mio EUR Investitionskosten. Die Planungskosten, die mit 16,3 Mio EUR beziffert werden, sind überwiegend von der Projektträgern selbst zu finanzieren.

Durch die Einigung über die Verlängerung des GVFG anlässlich des Flüchtlingsgipfels am 24.September 2015 eröffnet sich eine neue Finanzierungsperspektive über das Jahr 2019 hinaus. Bund und Land vereinbarten, die Mittel des GVFG im Rahmen der Neuregelung der Bund-Länder-Finanzbeziehungen ungekürzt über 2019 hinaus fortzuführen. Allerdings sind nach wie vor weder Förderkriterien noch die Förderhöhe für die Nachfolgeregelung des Bundes-GVFG bekannt.

Die nächsten Schritte zur Fortführung des Projekts werden erst vorgenommen, wenn weitere Klarheit über die Nachfolgeregelung besteht.

Die sechs Partner halten unverändert an dem Ziel fest, das Gesamtnetz zu realisieren.


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