Der schwarze Holunder

Der schwarze Holunder – Sambucus nigra


Der schwarze Holunder gehört der Familie der Geissblattgewächse (Caprifoliaceae) an. In Mitteleuropa kommen 3 von insgesamt 25 Arten vor.
Der schwarze Holunder wird 6 bis 7 Meter hoch und wächst meist strauchförmig. Oft ist er in Hausnähe zu finden. Er liebt frische, nährstoffreiche Böden und ist ein sogenannter Stickstoffzeiger.
Der Name Holunder kommt vermutlich vom altdeutschen ´holuntar´, was hohl oder hohler Baum (tar=Baum) bedeutet. Im Volksmund hat der Holunder zahlreiche Namen. So ist er je nach Region ein Holler, Holder oder Schwarzholder, um nur einige Beispiele zu nennen.

Verwendung
Seine Beeren sind – wie die Früchte der Walnuss – Steinfrüchte. Diese sind sehr Vitamin C-haltig und haben einen hohen Gerbstoffgehalt. Außerdem enthalten sie den Farbstoff Sambucyanin. In der Antike wurden so die Haare schwarz gefärbt. Roh sind die Beeren leicht giftig, als Marmelade oder als Saft jedoch gut und bekömmlich. Auch die Blüten werden beim Holunder in vielfältigster Weise genutzt. Sie enthalten zusätzlich noch ätherische Öle. Aus ihnen kann Sirup, Sekt oder Wein hergestellt werden. Entfernt man die Stiele der Blüten, so können diese in den Pfannkuchenteig gerührt werden und verleihen dem Essen eine ganz besondere Note. Getrocknet ergeben sie einen guten und gesunden Tee.
In der Medizin ist der Schwarze Holunder als Blutreinigungsmittel bekannt. Er soll gegen Rheuma, Gicht und Hautkrankheiten helfen, eingesetzt wird er auch bei Husten und Erkältungen.

Mythologie
Viele Sagen ranken sich um den Holunder. Bei den Germanen war der Holunder der Schutzgöttin Frau Holle gewidmet. Es war strengstens verboten, einen Holunder zu fällen. Ein Verstoß gegen dieses Verbot brachte der ganzen Familie Unglück.
In Dänemark wohnte früher eine Baumnymphe im Holunder. Diese mußte erst um Erlaubnis gefragt werden, wenn der Baum gefällt werden sollte. Angeblich trafen sich auch gerne Liebespaare unter Holunderbüschen, da der Geruch betörende Wirkung soll.
Wer Elfen sehen möchte, muß sich in der Mittsommernacht (21. Juni) unter einen Holunder setzen und wem an Pfingsten ein Holunderzweig ans Fenster gesteckt wird, dessen Ruf ist nicht besonders gut.

Holundersirup
ca. 50 Blüten
1 l Wasser
1, 5 kg Zucker
40 g Zitronensäure

Blüten waschen und in das kochende Wasser legen. Vom Feuer nehmen und 24 Stunden ziehen lassen. Absieben, Zucker und Zitronensäure hinzufügen und auflösen. Nach dem Umrühren in saubere Flaschen abfüllen.

Nina Rühlig

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