Die Sauerkirsche

Die Sauerkirsche – Prunus cerasus


Die Sauerkirsche gehört zur Familie der Rosengewächse – den Rosaceae und zählt wie auch die Süsskirsche zum Steinobst. Vermutlich ist sie aus Kreuzungen zwischen der Süsskirsche und der Steppenkirsche hervorgegangen, deren Lebensraum sich teilweise überlappt. Die Wuchsform ist teils eher baum-, teils strauchförmig, was ebenfalls auf eine Kreuzung der zwei genannten Kirscharten hindeutet. Genau läßt sich nicht sagen, wann genau die Sauerkirsche kultiviert wurde und wann sie sich ausgebreitet hat. Die schon früh erwähnten „kerasos“ ( griechisch) oder „cerasus“ (latein) waren wahrscheinlich Süsskirschen. Aus Polen kommt der erste Nachweis der Sauerkirsche in Europa. Dort gab es Funde, die ein Auftreten bereits im 11. Jahrhundert belegen. Erste Nachweise aus Deutschland gibt es aus dem 14. Jh. und ab dem 15. Jh. wurde die Sauerkirsche dann auch bei uns vermehrt angebaut.

Verwendung
Da der Säuregehalt der Sauerkirsche etwa doppelt so hoch ist wie der der Süsskirsche, wird sie als Frischobst kaum genutzt. Eher findet sie Verwendung zum Kuchenbacken, als Marmelade oder zum Einmachen.
Auch für die Herstellung von Likör und Schnaps ist sie bestens geeignet.

Hersteller/Brenner:
Otto Strasser
Lange Gasse 30
Dettingen-Erms
Telefon (0 71 23)97 28 53

Das harte und rötliche Holz kann ähnlich verwendet werden wie das der Süsskirsche. Es findet Anwendung in der hochwertigen Möbelproduktion und teilweise auch bei Schnitzern.
Die strauchförmig wachsenden Sorten spielen hierbei allerdings keine Rolle.
Auch in der Medizin hat die Sauerkirsche eine gewisse Bedeutung. So wird sie oft als Zugabe bei verschiedenen Heilsäften verwendet, um den Geschmack etwas zu verbessern. Die Stiele werden Tees beigemischt, die dann harntreibend und entschlackend wirken, außerdem sind die Stiele Bestandteil von Abmagerungs- oder Schlankheitstees.
Innerlich angewendet wirkt die Kirsche gegen Bronchialbeschwerden und Durchfälle. Werden Kirschbäume verletzt, erleiden sie eine sogenannte Gummose. Hierbei tritt der „Weichselgummi“ aus. In der Volksheilkunde war dieser Weichselgummi ein bewährtes krampflösendes Mittel.

Nina Rühlig
06.07.2005

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