Weitere Infos zu Waldschutzproblemen

Schutz des Waldes

Die Wälder sind im Laufe ihres Werdeganges von einer Vielzahl von biotischen und abiotischen Gefahren bedroht. Diese reichen von Orkanen, Trockenheiten, Schneebruch und sonstigen Witterungseinflüssen über einen breiten Strauß von Schadorganismen wie Borkenkäfer, Pilze, blattfressende Raupen oder Läuse.
Steigende Borkenkäfergefahr - Waldschutz Info

Bei trockener Witterung kommen Wälder unter Trockenstress und es besteht dann die Gefahr einer Massenvermehrung der Borkenkäferpopulation.

Das Kreisforstamt erinnert in diesem Zusammenhang an die eminent wichtige Borkenkäferüberwachung.
Die Wälder sollten bei Borkenkalamitäten über die Sommermonate  (ab Mitte Mai) in regelmäßigen Abständen (14-tägiger Turnus) auf Borkenkäferbefall untersucht werden und im Befallsfall muss sofort die Aufarbeitung der betroffenen Bäume durchgeführt werden.
Befallene Bäume können zu einem frühen Befallszeitpunkt bereits an braunem Bohrmehl in Rindenschuppen am Stammfuß oder in Spinnweben, an Spechteinhieben sowie an einer Rotfärbung der Baumkrone erkannt werden. (siehe auch Fraßbild unten)
In diesem Fall können private Waldbesitzer mit dem zuständigen Revierleiter Kontakt aufnehmen und forstliche Beratung und gegebenenfalls Betreuung in Anspruch nehmen.

Borkenkfer-Frassbild1

Der Revierleiter informiert über die möglichen Aufarbeitungsverfahren (manuell, Vollernter in Selbstwerbung, Holzeinschlagsunternehmen) und über die Gesamtorganisation der Aufarbeitung und des Verkaufes.

Insbesondere kann ein Holzverkauf über das Kreisforstamt nur erfolgen, wenn vor der Aufarbeitung des Käferholzes der zuständige Revierleiter bezüglich Aushaltung und Sortimentierung kontaktiert wurde.

Die Borkenkäferbekämpfung wird nur dann erfolgreich sein, wenn mit der Ausführung dieser Maßnahmen sofort nach Erkennen des Befalls begonnen wird. Ansonsten kann die Aufarbeitung, bzw. der Abtransport der befallenen Hölzer nicht mehr vor dem Ausflug der neuen Borkenkäfergeneration (Entwicklungsdauer nur circa  6 Wochen) beendet werden.
Mit jeder neuen ausfliegenden Generation vergrößert sich unter idealen Bedingungen die Borkenkäferpopulation auf das 60-fache.

   Eschentriebsterben          absterbende Triebe

Info-Blatt zum Eschentriebsterben

Eine von der „Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt“ (FVA) im Juni 2009 durchgeführte Umfrage, ergab, dass sich das Eschentriebsterben auf großer Fläche ausbreitet. Die Schwerpunkte der Verbreitung liegen in der Rheinebene und im Neckarland, wobei der Befall bisher meist noch vereinzelt, gelegentlich auch gruppenweise auftritt.
Während in Südwestdeutschland bis zum Frühjahr 2009 so gut wie kein Eschentriebsterben beobachtet werden konnte, hat sich die Situation seither gravierend verschlechtert, so das Kreisforstamt Reutlingen.

An jungen Kulturen findet man relativ häufig das Zurücksterben der Triebe in das zweijährige Holz, sowie Welke an einigen Pflanzen, so die Experten. Neben dem Spitzensterben beobachtet man bei Stangenhölzern seitliche Läsionen, die von abgestorbenen Ästchen ausgehen. Im Holz ist eine nach unten, im letztgeschilderten Fall auch nach oben fortschreitende Holzverfärbung sichtbar. Ein besonders überraschendes Phänomen ist das noch vereinzelt beobachtete, ziemlich rasche Zurücksterben von Alt-Eschen.

Die Sporenverbreitung erfolgt in der Regel über die Luft, jedoch scheint die sehr wirksame Verbreitung des Schadpilzes, laut Mitteilung der FVA, sowohl über Baumschulmaterial als auch über mehr oder weniger weiträumigen Sporenflug zu erfolgen. Damit ist eine aktive Eindämmung praktisch ausgeschlossen. Nach den Erfahrungen aus anderen Regionen Deutschlands ist es wahrscheinlich, dass viele befallene Eschen absterben werden.

Dieses neue Phänomen erfordert eine hohe Aufmerksamkeit. Nach Aussage der FVA erscheint es in der jetzigen noch ungewissen Situation wenig sinnvoll, Eschen zu pflanzen, da ein hohes Infektions- und Ausfallrisiko besteht. Eine besonders kritische Prüfung des Pflanzmaterials auf Schadsymptome ist erforderlich.
Es ist zweifelhaft, ob eine Sanierung von befallenen Kulturen mittels eines Rückschnitts möglich ist. Gegebenenfalls muss dieser ins grüne, unverfärbte Holz zurück erfolgen; andernfalls wird die Infektion sicher fortschreiten.
Da die Sporenbildung vor allem an alten Blattstielen erfolgt, können das Aushiebsmaterial aus infizierten Stangenhölzern oder Kronenhölzer als Energieholz genutzt werden. Auf diesem Weg ist keine weitere Verbreitung zu erwarten. Das Stammholz von akut zurücksterbenden Baumhölzern dürfte bei zeitnahem Einschlag noch ohne qualitätsbedingte Abschläge zu vermarkten sein, so die Einschätzung des Kreisforstamts.

Die FVA wird den Krankheitsverlauf weiter verfolgen und über neue Erkenntnisse informieren. Hierzu ist sie auch auf die Mithilfe der Waldbesitzer angewiesen.
Die Eichenprozessionsspinner werden in den letzten Jahren insbesondere im Raum Reutlingen zunehmend auffällig.

Foto Eichenprozessionsspinner

Informationen rund um den Eichenprozessionsspinner

  • Landratsamt Reutlingen
  • Bismarckstraße 47
  • 72764 Reutlingen
  • Telefon 07121 480-0
  • Kontakt
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