Tollwut

Nach dem Ausbruch von Symptomen verläuft die Infektion mit dem Tollwutvirus praktisch immer tödlich. Obwohl alle Säugetiere empfänglich sind, wird das Virus hauptsächlich von Fleischfressern durch den Biss an ein Opfer weitergegeben. Eine Infektion durch den Kontakt mit Körperflüssigkeiten eines tollwütigen Tieres ist möglich. Der durch Hunde vermittelte und daher für den Menschen besonders gefährliche Zyklus spielt in Ländern mit einer großen Population streunender Hunde noch eine Rolle. In Mitteleuropa ist der Rotfuchs der wesentliche Überträger der Tollwut. Neben der sog. terrestrischen Tollwut existiert ein Infektionsgeschehen in der Fledermauspopulation.

Nach jahrzehntelangen Bemühungen die Tollwut auszurotten, ist Deutschland 2008 als frei von der terrestrischen Tollwut anerkannt worden. Dieser Status muss durch ein flächendeckendes Monitoring aufrechterhalten werden. Dazu liefern Jäger tot aufgefundene oder krank erlegte Indikatortiere (Fuchs, Waschbär, Marderhund) an dafür vorgesehenen Sammelstellen ab, von wo sie in regelmäßigen Abständen in eine Untersuchungseinrichtung verbracht werden.

Im Jahr 2020 wurden 583 Indikatortiere in BW auf Tollwut untersucht. In den beiden ersten Quartalen 2021 waren es 373. Dabei wurden keine Hinweise auf eine Tollwutinfektion festgestellt.  Aus Polen wurden 2021 in Warschau und Umgebung 110 Tollwutfälle mitgeteilt.

Insgesamt sieben Fälle  von Fledermaustollwut  wurden 2020 in den Bundesländern Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Saarland, Niedersachsen, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt bestätigt. In den beiden ersten Quartalen 2021 wurde jeweils bei einer Fledermaus in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und  Brandenburg das Virus festgestellt.


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