Frau
Dr. med. Evelyn Thumm
Ärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten
Telefon:
07121 480-4313
Zimmer 9

Alles rund um sexuell übertragbare krankheiten

Hier erfahren Sie alles rund um das Thema sexuell übertragbare Krankheiten.

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Sexuell übertragbare Infektionen (STIs = Sexually Transmitted Infections) wird eine Gruppe von Infektionen genannt, die bei intimen Körperkontakten übertragen werden können. Bei manchen sexuell übertragbaren Infektionen gibt es auch Ansteckungen durch Blutkontakte oder im Rahmen von Schwangerschaft, Geburt und Stillen.
Sie kommen bei Männern und Frauen vor und können zwischen Mann und Frau oder bei gleichgeschlechtlichen Kontakten weitergegeben werden. Sexuell übertragbare Infektionen hießen früher „Geschlechtskrankheiten“.
Wir kennen rund 30 verschiedene sexuell übertragbare Infektionen. Zu den wichtigsten gehören Infektionen durch Viren wie HIV (verantwortlich für AIDS), Papillomaviren, Hepatitis B und C sowie Herpes genitalis.
Für Chlamydieninfektion, Gonorrhoe (Tripper), Syphilis (Lues) oder Vaginose sind bestimmte Bakterien verantwortlich. Andere Infektionen entstehen durch Pilze (Candidainfektion), durch Einzeller (Trichomoniasis) oder durch Befall von Parasiten wie Milben oder Filzläusen.
Sexuell übertragbare Infektionen sind verschieden gefährlich und können unterschiedliche Folgen haben. So mündet eine unbehandelte HIV-Infektion in die Immunschwächekrankheit AIDS. Bestimmte Papillomaviren sind verantwortlich für Feigwarzen, andere für Gebärmutterhals-, Penis- oder Analkrebs und weitere Krebsarten.

Chronische Hepatitis B oder C führen oft zu Leberzirrhose und Leberkrebs. Spätfolgen einer Syphilis zeigen sich meist an Hirn, Rückenmark und den großen Blutgefäßen. Chlamydieninfektionen gehören zu den häufigsten Gründen für Unfruchtbarkeit. Auch eine Gonorrhoe kann Fruchtbarkeitsstörungen hervorrufen.

Viele Infektionen verursachen Komplikationen für Mutter und Kind im Umfeld von Schwangerschaft und Geburt.

Und: HIV kann bedeutend leichter übertragen werden, wenn Schleimhautschäden vorliegen, wie sie bei vielen sexuell übertragbaren Infektionen vorkommen.
Manche sexuell übertragbaren Infektionen verursachen Hautveränderungen wie Warzen, Geschwüre, Bläschen, Pusteln, Rötung oder Schuppung. Juckreiz, Schmerzen und Lymphknotenschwellungen können auftreten.
Häufig sind Brennen beim Wasserlassen, Ausfluss aus der Harnröhre beim Mann, ungewöhnlich viel oder veränderter Scheidenausfluss (grünlich/gelblich, bräunlich/rot oder bröckelig weiß, übelriechend, schaumig) bei der Frau.
Unterbauchschmerzen oder Blutungsanomalien bei Frauen kommen vor. Im Fall einer Hepatitis sind Abgeschlagenheit und/oder Gelbsucht möglich.

Wichtig!
Viele Infektionen zeigen in der Frühphase keinerlei Symptome, oder diese verschwinden nach einiger Zeit von selbst. Das bedeutet nicht unbedingt, dass man sich nicht angesteckt hat, oder dass eine Heilung eingetreten ist.
Ob eine Ansteckung mit einem sexuell übertragbaren Erreger vorliegt, ist meist nur durch spezielle medizinische Tests möglich.
Im Verdachtsfall sollte die Diagnose so bald wie möglich gestellt werden, denn mit einer rechtzeitigen Behandlung können viele sexuell übertragbaren Infektionen komplett geheilt werden. In Fällen, wo das nicht möglich ist, lassen sich durch die Therapie meist Spätfolgen vermeiden oder drastisch vermindern. Das gilt auch für eine Ansteckung mit HIV oder Hepatitis.

Auch wichtig!
Die Symptome zeigen sich meist an der Stelle, an der die Krankheitserreger in den Körper eingedrungen sind. Das sind oft die Geschlechtsorgane. Es können aber - je nach sexueller Praktik - auch Mund oder After oder andere Hautstellen betroffen sein. Manche Infektionen können sich auch im ganzen Körper ausbreiten und uncharakteristische Beschwerden verursachen.

Sexuell übertragbare Infektionen sind unterschiedlich ansteckend.
HIV zum Beispiel wird nur durch „richtigen“ Geschlechtsverkehr (anal, vaginal, selten oral) übertragen, während für eine Hepatitis B Übertragung ein intensiver Kuss ausreichen kann.
Viele Infektionen können außer beim Sex auch durch Blut übertragen werden, etwa beim Gebrauch unsteriler Spritzutensilien. Auch unsteril durchgeführte Piercings oder Tätowierungen stellen ein Risiko dar.
Manche können während Schwangerschaft, Geburt oder Stillzeit auf das Kind übertragen werden, wenn die Mutter infiziert ist.
In sexuellen Beziehungen zwischen Menschen, die keine sexuell übertragbare Infektion in sich tragen und keine Infektionsrisiken eingehen, ist eine Ansteckung ausgeschlossen.
Ansonsten bieten sachgerecht verwendete Kondome einen zuverlässigen Schutz vor HIV und vielen anderen Infektionen. Eine hundertprozentige Sicherheit lässt sich aber nicht erreichen.
Manche sexuell übertragbaren Infektionen können trotz Kondom übertragen werden (etwa Herpes oder Syphilis).
Vor Hepatitis B schützt eine Impfung.
Normale, nicht übertriebene Körperhygiene ist notwendig, reicht aber als Schutz nicht aus.
Falls Symptome aufgetreten sind, wendet man sich am besten an eine Arztpraxis.
Infrage kommen Hausarzt, Frauenarzt (Gynäkologe), Arzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten (Dermatologe) oder Urologe.
Möchte man sich erst einmal beraten oder eine Infektion durch Tests auschließen lassen, ist die Beratungsstelle für sexuelle Gesundheit im Kreisgesundheitsamt Reutlingen (Anonyme AIDS-Beratung) die richtige Adresse. Hier werden Sie anonym und kostenlos beraten und können die wichtigsten Tests kostenlos beziehungsweise gegen Ersatz der Laborgebühren durchführen lassen.
Vaginose, Pilzbefall, Trichomoniasis, Parasitenbefall sind heilbar, ebenso Chlamydieninfektion, Syphilis und Gonorrhoe. Bei rechtzeitiger Behandlung hinterlassen sie keine Folgeschäden.
Bei Infektion mit Papillomaviren ist regelmäßige Kontrolle notwendig. Häufig verschwinden die Viren nach einiger Zeit von selbst.
Für Hepatitis B und C gibt es neue Behandlungsmöglichkeiten mit bedeutend besseren Erfolgen als bisher.
Eine HIV Infektion kann durch konsequente Therapie im Schach gehalten werden, so dass sich AIDS meist gar nicht mehr entwickelt.

Wenn Sie an einer chronischen sexuell übertragbaren Infektion leiden, haben Sie wahrscheinlich viele Fragen, was Lebensführung, Ansteckungsgefahr oder Familienplanung betrifft.
Wenden Sie sich an eine spezialisierte Arztpraxis oder Ihre Beratungsstelle.
  • Bei sexuellen Kontakten immer Kondome verwenden, wenn man sich der eigenen sexuellen Gesundheit oder der des Partners /der Partnerin nicht ganz sicher ist.
  • Gegen Hepatitis B impfen lassen (eventuell Kombi-Impfung Hepatitis A/B).
  • Bei Verdacht auf eine Infektion so bald wie möglich zum Arzt/Ärztin.
  • Wer seine Sexualpartner/partnerinnen sehr häufig wechselt, sollte sich regelmäßig untersuchen lassen.
  • Im Fall einer Infektion müssen Sexualpartner/partnerinnen ebenfalls untersucht und gegebenenfalls behandelt werden. Auch, wenn sie keine Beschwerden haben.
  • Frauen bis 25 können sich einmal jährlich auf Wunsch beim Frauenarzt auf Chlamydien untersuchen lassen. Das bezahlt die Krankenkasse.
  • Für Mädchen von 12 bis 17 übernimmt die Krankenkasse die Kosten für die Impfung gegen Papillomaviren.

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