Diabetes mellitus Typ 2

Den Landeszielen entsprechend widmete sich die Kommunale Gesundheitskonferenz des Landkreises Reutlingen im Jahr 2012 schwerpunktmäßig einer Erkrankung, die weltweit besorgniserregend im Anstieg begriffen, gleichzeitig aber durch die Mittel der Prävention einschränkbar ist: Diabetes mellitus.
Diabetes mellitus, im Volksmund „Zuckerkrankheit“ genannt, ist ein Sammelbegriff für heterogene Störungen mit dem Leitbefund der chronischen Hyperglykämie. Die Ursache ist entweder eine gestörte Insulinsekretion oder eine gestörte Insulinwirkung oder beides zugleich.

Typ 1 beruht auf einer progredienten, autoimmun verursachten Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen, für die noch keine eindeutigen Risikofaktoren benannt werden können. Umfassende Therapie und Versorgung ist von Diagnose an notwendig.
Typ 2 umfasst ebenfalls progrediente Krankheiten, die auf unterschiedlichen Störungen der Insulinwirkung und Insulinsekretion beruhen können. Als Ursachen für diesen Typ wird ein Zusammenspiel aus erworbenen und genetischen Risikofaktoren angenommen. Die zivilisationsbedingten Hauptrisikofaktoren sind nach heutiger Kenntnis Bewegungsmangel, Fehlernährung und Übergewicht. Ein strukturiertes Behandlungsprogramm, also eine aufeinander abgestimmte Versorgung ist auch für Menschen mit Typ 2 sehr wichtig.

Der Expertenarbeitskreis der Kommunalen Gesundheitskonferenz gelangte zu dem Ergebnis, dass die Versorgung im Landkreis Reutlingen gut ist. Auf Grund der steigenden Tendenz dieser Krankheit gilt es jedoch die bestehenden Strukturen zu erhalten und weiter auszubauen, die Qualifizierungsmaßnahmen für das Pflegepersonal in Kliniken, Alten- und Pflegeeinrichtungen zu intensivieren und dem Krankheitsbild „Diabetes mellitus“ im Medizinstudium eine stärkere Gewichtung zu verleihen.
Vor allem für das Krankheitsbild „Diabetes mellitus Typ 2“ empfehlen die Experten, die Bevölkerung nachhaltig und immer weiter zu informieren und aufzuklären. Weil sie lange keine Symptome hervorrufen, bleiben anhaltend hohe Blutzuckerwerte oft unentdeckt, was zu massiven körperlichen Schäden führen kann. Die Früherkennung ist, das kann nicht deutlich genug gesagt werden, von immenser Bedeutung - dies betrifft sowohl die Primär- als auch Sekundärprävention. Menschen, die noch nicht erkrankt, aber gefährdet sind, können durch Prävention den Ausbruch der Krankheit hinauszögern, bereits Betroffene können ihr Folgeerkrankungsrisiko senken.

Der Landkreis Reutlingen sieht sich deshalb veranlasst, einen präventiven Impuls zu setzen. Neben einer öffentlichen Veranstaltung am 19. April 2013 im Landratsamt werden im gesamten Landkreis Diabetes Risikotestbögen ausgelegt. Der Testbogen kann sowohl ein vorliegendes Risiko als auch einen bislang unentdeckten Diabetes identifizieren. Menschen, bei denen sich aufgrund des Testbogens ein Risiko ergibt, werden an vorab geschulte Hausärzte weitergeleitet und haben bei einem Testbogenergebnis von mehr als 49 Punkten die Möglichkeit, an einer Prädiabetes Lebensstil Interventionsstudie, PLIS genannt, in Tübingen teilzunehmen. Der Expertenkreis empfiehlt grundsätzlich einen verstärkten Einsatz dieses Risikotestbogens bei Risikogruppen und eine Koppelung an die Gesundheitsvorsorgeuntersuchung ab dem 35. Lebensjahr. Auch der Gesundheitspass Diabetes soll in diesem Zusammenhang gestärkt werden.
Gesundheitspass_Diabetes Der Gesundheitspass ist ein Dokument für an Diabetes mellitus erkrankte Menschen. Alle wichtigen Untersuchungen und Untersuchungsergebnisse werden dort von den behandelnden Ärzten pro Quartal eingetragen. Der individuelle Krankheitsverlauf wird dokumentiert, die erforderlichen Informationen über die Erkrankung des Diabetikers sind übersichtlich zusammengefasst. Regelmäßig ausgefüllt kann der Gesundheitspass diabetesbedingte Folgeerkrankungen vermeiden und die Kommunikation zwischen Arzt und Patient erleichtern.
Der Patient sollte den Gesundheitspass ständig bei sich tragen und bei jedem Arzt-besuch vorlegen. Neben den Untersuchungsergebnissen enthält der Pass auch die Kontaktdaten des behandelnden Arztes und von Angehörigen oder Freunden, die im Notfall informiert werden sollen.
Diabetiker können den Gesundheitspass Diabetes unter www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de und www.diabetesde.org bestellen oder herunterladen.
  • Impressionen vom Diabetes Aktionstag am 19. April 2013 im Landratsamt

    Begruessung_Bild: Roland Hofer / LRA RT Eroeffnungsvortrag_Bild: Roland Hofer / LRA RT Referenten_Bild: Roland Hofer / LRA RT
    Pause_Bild: Roland Hofer / LRA RT Diabetes_Sportgruppe_Bild: Roland Hofer / LRA RT Show-Kochen_Bild: Roland Hofer / LRA RT

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