Landkreis aktuell

Integrationsbuch mit Projekten aus dem Landkreis Reutlingen


Schon auf dem Buch-Cover ist der Landkreis prominent vertreten. Das Titelfoto zeigt eine illustre Runde im "Märchenzelt" beim Begegnungsfest des Netzwerkes "Hand in Hand" 2010 in Bad Urach - fröhlich plaudernde muslimische Frauen und Männer mit Landrat Thomas Reumann, dem Leitenden Polizeidirektor Franz Lutz, Bad Urachs Bürgermeister Elmar Reb-mann sowie der Integrationsbeauftragten des Landkreises, Gabriele Queisser.

Vor Ort in den Kommunen passiert viel: Muslimische Gemeinden und Einrichtungen arbeiten mit Bürgermeistern, Fraueninitiativen, der Polizei, Schulen oder Jugendämtern zusammen. Es gibt Ramadanmärkte, Abrahamszelte, Frauenforen oder Jugendinitiativen. Die vielfältigen Initiativen finden sich in dem neuen Buch „Miteinander vor Ort – Kommunale Islamforen“ wieder, das am Mittwoch, 11. Mai, in Berlin vom Berliner  Senator für Inneres und Sport, Ehrhart Körting, vorgestellt wurde.

Ein bereits preisgekröntes Projekt ist das Reutlinger Forum muslimischer Frauen. Die Integrationsbeauftragte des Landkreises, Gabriele Queisser, beschreibt in ihrem Beitrag Entstehungsgeschichte, Ziele und die konkrete Umsetzung des Forums, das im November 2010 mit dem deutschen Integrationspreis für seine Arbeit belohnt wurde. Hamide Yüce vom Frauenforum nimmt die Leserinnen und Leser in einem kurzen Anhang mit auf eine "Kulinarische Weltreise".

Das Forum muslimischer Frauen wurde im Frühjahr 2009 gegründet, Initiatoren sind der Landkreis Reutlingen, die Polizeidirektion, die Stadt Reutlingen und der interkulturelle Rat Frankfurt. Inzwischen hat das Forum mehr als 20 aktive Mitglieder und zahlreiche Unterstützerinnen, u.a. aus den Reihen verschiedener Moscheevereine sowie Frauen, die nicht in Or-ganisationen gebunden sind. Ziel des Forums ist es, als Ansprechpartner zur Verfügung zu stehen und auf die Bedürfnisse muslimischer Frauen aufmerksam zu machen, Berührungsängste abzubauen und das gegenseitige Kennenlernen zu unterstützen. Dazu finden regelmäßige Fortbildungen und Veranstaltungen statt.

Andrea Kopp, Pressesprecherin der Polizeidirektion Reutlingen, und Polizeihauptkommissar Thomas Roos stellen in dem Buch das Projekt "Hand in Hand für die Zukunft unserer Kinder" vor. Das Netzwerk Hand in Hand bildete sich im Jahr 2007 und setzte eine bundesweite Kampagne zur Gewaltprävention bei türkischstämmigen Eltern um. Ziel der Kampagne war, die Erziehungskompetenzen der Eltern zu stärken und über Beratungsmöglichkeiten im Landkreis Reutlingen zu informieren. Die Initiative ging dabei von der Polizeidirektion Reutlingen aus. Mittlerweile sind neben der Polizeidirektion Reutlingen, Stadt und Landkreis Reutlingen, dem Staatlichen Schulamt Tübingen und verschiedenen Beratungsstellen und Bildungsreinrichtungen türkische Vereine Mitglied im Netzwerk, aber auch Vereine arabischer, pakistanischer und togoischer Herkunft. Außerdem finden nicht nur Veranstaltungen für Eltern statt, sondern auch Aktionen für Jugendliche in dem Themenfeld „Übergang Schule-Ausbildung-Beruf“.

Hasibe Özaslan vom Interkulturellen Rat in Deutschland befasst sich mit dem muslimischen Gräberfeld auf dem Reutlinger Friedhof Römerschanze. Ein Teil des Friedhofs war von der Stadt Reutlingen speziell für die Bedürfnisse der muslimischen Mitbürger umgestaltet worden.

"Kunst und Kulturprojekte: Süddialog in Reutlingen" - darüber schreibt Ingrid Hoensch vom Interkulturellen Rat, die zusammen mit Jürgen Micksch das Buch herausgibt. In ihrem Aufsatz geht es unter anderem um gemeinsame Ausstellungen, Kulturreisen oder interkulturelle Dialogveranstaltungen.
Insgesamt schreiben 26 Autorinnen und Autoren für das Buch "Miteinander vor Ort - Kommunale Islamforen", das laut Herausgeber Micksch "Mut machen will zu einem besseren Miteinader von Muslimen und Nichtmuslimen".

Jürgen Micksch/Ingrid Hoensch (Hg.): Miteinander vor Ort - Kommunale Islamforen (EGVerlag, Berlin, 15.90 Euro)

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