Landkreis aktuell

Alte Obstsorten melden


Dem Schulbäbele auf der Spur: Zur Kirschernte alte Obstsorten melden



Ermstäler Knorpelkirschen
 
Alte Obstsorten sind gesucht: Die Grünflächenberatungsstelle und der Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis Reutlingen weisen auf ihr gemeinsames Projekt zur Erhaltung alter Landsorten hin. Dabei wird das Wissen der Bevölkerung zu den Sorten auf ihren Wiesen gesammelt. Die besonders seltenen Sorten aus dem Landkreis Reutlingen können so herausgefiltert und zum Erhalt für künftige Generationen in einer Baumschule vermehrt werden. Bereits 20 Sorten Apfel und Birnen sind inzwischen gesichert worden. Darunter existieren zum Teil nur noch ein oder zwei bekannte Bäume.
 
Ziel ist, die vom Verschwinden gefährdeten Sorten in einem Sortengarten anzupflanzen. Langfristig kann jeder interessierte Mitbürger profitieren, indem er von diesen bewährten alten Sorten Edelreiser zur eigenen Veredelung erhalten kann.
 
Gesucht sind Meldungen aller Obstarten und Obstsorten mit ihrem geläufigen Namen und Standort. Diese Daten werden dann von den Kreisfachberatern für Obst- und Gartenbau von der Grünflächenberatungsstelle gesichtet und ausgewertet. Die gesammelten Informationen werden nicht an Dritte weitergegeben und nicht veröffentlicht.
Jetzt ist Kirschenzeit - wer auf den Wiesen erntet, kann die Meldungen komfortabel und direkt per App übermitteln. Meldungen sind natürlich auch ohne App auf www.sortenerhalt.de und telefonisch bei der Grünflächenberatungsstelle möglich.
 
Es liegen Meldungen von Kirschsorten wie Lederkirsche, Schmidts Kleine, Dettinger Kirsche oder dem Schulbäbele vor - schöne Beispiele für leckere Sorten aus dem lokalen Sortenschatz. Dabei entstehen Fragen, denen die Experten der Grünflächenberatungsstelle teilweise mit detektivischem Spürsinn nachgehen, schließlich steht der Erhalt der hiesigen Kirschensorten für künftige Generationen auf dem Spiel. Momentan beschäftigt die Experten zum Beispiel die Frage, ob die Dettinger und Glemser Kirsche der Ermstäler Knorpelkirsche entsprechen, oder ob es sich dabei um eigenständige Sorten handelt.
 
Zwei Prozent der 220.000 Obstbäume im Landkreis Reutlingen sind inzwischen erfasst - daher freuen sich die Experten über jede weitere Meldung, die ein aktiver und nachhaltiger Beitrag zum Erhalt des Sortenschatzes im Landkreis Reutlingen ist.

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