Landkreis aktuell

Bundesprogramm „Kindertagespflege"


Das Bundesprogramm „Kindertagespflege: Weil die Kleinsten große Nähe brauchen“ feiert seinen Abschluss
 
Seit Juni 2016 war der Landkreis Reutlingen in Kooperation mit dem Tagesmütter e.V. Reutlingen Teil des Bundesprogramms „Kindertagespflege: Weil die Kleinsten große Nähe brauchen“. Auf Einladung von Landrat Thomas Reumann und Anne Mack, Geschäftsführerin des Tagesmütter e.V. feierten nun Tagespflegepersonen aus dem gesamten Landkreis und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landratsamts sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der Politik den Abschluss von drei erfolgreichen Projektjahren.

Abschlussveranstaltung Bundesprogramm
Hintere Reihe von links nach rechts: Prof. Jo Jerg, Landrat Thomas Reumann, Sandra Laue-Zabkl, Nadine Fiebiger, Sabine Spiegel, Mechthilde Nastold-Schrader, Marion Becker
Vordere Reihe von links nach rechts: Reinhard Glatzel, Andrea Vogel, Anne Mack, Helga Persang, Alexa Schmid, Gerlinde Kohl, Prof. Dr. Gabriel Schoyerer



Mit dem Bundesprogramm stärkt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) die Weiterentwicklung des Systems Kindertagespflege und die Sicherung der Qualität der pädagogischen Tätigkeit von Kindertagespflegepersonen. Seit Januar 2016 wurden rund 30 Modellstandorte gefördert, die das „Kompetenzorientierte Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege“ implementierten sowie die damit verbundenen strukturellen Erweiterungen im regionalen System der Kindertagespflege umsetzten und weiterentwickelten.
 
Da es bei einem Abschluss auch immer darum gehen soll, welche Ergebnisse und Ziele erreicht wurden, gab es zu den drei Handlungsfeldern, die während der Programmlaufzeit bearbeitet wurden, verschiedene Podiumsgespräche mit unterschiedlichen Teilnehmerinnen und Teilnehmern.
Den Anfang machte das Handlungsfeld „Inklusion“, das unter der Federführung des Landkreises Reutlingen bearbeitet wurde. In diesem Handlungsfeld war es während der Programmlaufzeit die Aufgabe ein passendes Konzept zur Inklusion inklusive der spezifischen Qualifizierung für Kindertagespflegepersonen, deren Vergütung sowie einer begleitenden Beratung zu entwickeln.
Ziel des Konzeptes ist es, das gemeinsame Aufwachsen aller Kinder von Anfang an zu ermöglichen. In der inklusiven Kindertagespflege im Landkreis Reutlingen haben alle Kinder das gleiche Recht auf individuelle Unterstützung und Förderung. Der Förderbedarf eines jeden Kindes wird individuell ermittelt.
 
Christiane Flohr, die bereits seit Jahren als Tagesmutter inklusiv arbeitet, berichtete über die praktische Anwendung des Konzeptes, das seit 2017 im Landkreis Reutlingen seine Umsetzung findet. Im Podiumsgespräch bestätigte sie, dass der niedrigschwellige Ansatz des Konzeptes sowohl für die Eltern als auch für sie den Zugang zu einer inklusiven Kindertagespflege erleichtere. Prof. Jo Jerg, Studiengangsleiter Soziale Arbeit Campus Reutlingen und Enthinderungsbeauftragter der Hochschule, komplettierte die erste Gesprächsrunde und betonte auch noch einmal aus seiner wissenschaftlichen Expertise, dass Inklusion nur dort gelingen könne, wo man weg von einer Einteilung von Menschen mit und Menschen ohne Behinderung hin zu einer Gesellschaft käme, die sich an die Menschen, die in ihr leben, anpasse und nicht umgekehrt.
 
Das zweite Handlungsfeld, das an diesem Abend ins Blickfeld gerückt wurde, war die „Qualifizierung nach dem Kompetenzorientierten Qualifizierungshandbuch Kindertagespflege (QHB)“, erstellt vom Deutschen Jugendinstitut (DJI). Dieses wurde vom Tagesmütter e.V. Reutlingen bearbeitet und bereitet angehende Kindertagespflegepersonen umfassend auf ihre Tätigkeit vor. Das Handbuch richtet sich an alle, die in der Qualifizierung von Kindertagespflegepersonen tätig sind, wie Bildungsträger, Referentinnen und Referenten sowie Fachberatungen und  berücksichtigt die gestiegenen Anforderungen an die Bildung, Betreuung und Erziehung in der Kindertagesbetreuung und wertet den Lernort Praxis auf.
Auch für bereits tätige Kindertagespflegepersonen, die eine Grundqualifizierung abgeschlossen haben, besteht die Möglichkeit, mit der tätigkeitsbegleitenden Grundqualifizierung an die Qualifizierung nach dem QHB anzuschließen.
 
Das dritte Handlungsfeld wurde paritätisch vom Landkreis Reutlingen und Tagesmütter e.V. Reutlingen bearbeitet. Hierbei handelte es sich um die „Einführung eines Qualitätsicherungsverfahrens bei der Fachberatung“. Die Einführung bzw. die Fortsetzung begonnener Qualitätssicherungsprozesse sollten im Rahmen dieses Handlungsfeldes gefördert werden. Auf die Frage, was innerhalb der letzten drei Jahren im Landkreis Reutlingen entwickelt wurde, antwortete Nadine Fiebiger, die Funktionsstelleninhaberin beim Landkreis Reutlingen: „Im Rahmen der Jugendhilfeplanung haben wir zunächst die einzelnen Aufgaben einer Fachberatung beschrieben. Diese Schlüsselprozesse sollen die Qualität der Fachberatungen beschreiben und sichern.  Als zweiter Baustein wurden beim Tagesmütterverein die Schlüsselprozesse mit konkreten Verfahrensanweisungen in einem sogenannten Handlungsleitfaden beschrieben. Ein letzter sehr wichtiger Baustein ist momentan noch in der Entwicklungsphase. In der Auseinandersetzung mit dem Konzept der inklusiven Tagespflege war es für uns ein logischer Schluss, dass sich die Arbeitsweise, die Haltungen und auch die Arbeitsschwerpunkte von Fachberatungen verändern. Nun sind wir momentan an der Entwicklung eines Kompetenzprofils für Fachberatungen.“
 
Den Abschluss des Programms an diesen Abend bildeten die Danksagungen von Landrat Thomas Reumann und Anne Mack an alle Akteurinnen und Akteure, die in den letzten Jahren sowohl fachlich als auch inhaltlich die Themen vorangebracht haben. „Ohne Ihr tägliches Engagement würde im Landkreis Reutlingen ein wichtiger Baustein in der Kindertagesbetreuung fehlen. Kinder mit ihren Familien finden bei Ihnen einen Ort, an dem sie sich geborgen fühlen und eine gute Basis für ihre weitere Entwicklung gelegt wird. Hierfür meinen Dank.“, so Landrat Thomas Reumann
 

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