Landkreis aktuell

Zweckverband gegründet



Mitglieder des Zweckverbands Regional-Stadtbahn

„Durch die Gründung bekennen sich alle Projektpartner deutlich dazu, den ÖPNV in der Region Neckar-Alb auf ein neues Niveau zu heben“, so der neugewählte Verbandsvorsitzende, Landrat Thomas Reumann. „Die Erfahrungen auf Erms- und Ammertalbahn haben gezeigt, dass man mit attraktiven Angeboten die Menschen in die Züge bringen kann.“

„Da nun durch die Aufstockung des GVFG eine Förderperspektive für die über Modul 1 hinausgehende Umsetzung besteht, ist dies der richtige Zeitpunkt für die Gründung des Zweckverbands.“, so Landrat Joachim Walter.

Im Rahmen von Modul 1 werden die Ammertalbahn und die Ermstalbahn elektrifiziert, drei neue zweigleisige Abschnitte an diesen Strecken geschaffen und vier neue Haltepunkte in Reutlingen und Tübingen gebaut. Für dieses Modul ist im Frühjahr ein offizieller Baubeginn geplant, nachdem im Herbst schon erste vorbereitende Rodungsmaßnahmen stattgefunden haben.

Der Zweckverband soll sich nun um das Vorantreiben der Planungen auf den weiteren Strecken kümmern. Dazu gehört die Elektrifizierung und der partiell zweigleisige Ausbau der Oberen Neckarbahn, der Zollern-Alb-Bahn und der Killertalbahn. Zudem sollen die Talgangbahn, die Echaztalbahn und die Gomaringer Spange reaktiviert werden sowie in den Innenstädten von Reutlingen und Tübingen neue Straßenbahnen gebaut werden. Dadurch wird es möglich sein, in der gesamten Region Neckar-Alb häufig verkehrende, umsteigefreie Verbindungen auf der Schiene anzubieten.

Frau Oberbürgermeisterin Barbara Bosch untermauert die Notwendigkeit hierfür mit der Zahl, dass 60% der Arbeitsplätze in Reutlingen durch Einpendler besetzt sind. „Durch unsere prosperierende Wirtschaft entsteht natürlich Druck auf die Verkehrssysteme. Und in diesem Kontext profitieren von der Regional-Stadtbahn die Menschen, der Verkehr, die Wirtschaft, der Klimaschutz und die Lebensqualität insgesamt.“

Auf der Zollern-Alb-Bahn besteht die Notwendigkeit der Elektrifizierung, damit auch nach Inbetriebnahme von Stuttgart 21 umsteigefreie Verbindungen direkt in die Landeshauptstadt verkehren können. Herr Landrat Günther-Martin Pauli unterstreicht vor diesem Hintergrund: „Es ist wichtig, dass wir die Schienen aus Kaisers Zeiten durch zweigleisige Abschnitte, Elektrifizierung und neue Stellwerke auf ein zeitgemäßes Niveau bringen.“

Auch auf regionaler Ebene wird die Regional-Stadtbahn viele neu umsteigefreie Verbindungen und damit eine stärkere Stadt-Umland-Verknüpfung schaffen. Herr Oberbürgermeister Boris Palmer sagt zu, in den nächsten zwei Jahren dafür zu kämpfen, dass die Regional-Stadtbahn dann auch in die Innenstadt Tübingen fährt. Er möchte aber auch betonen, nach über zwei Jahrzehnten seit den ersten Ideen zur Regional-Stadtbahn Tübingen mit der Gründung des Zweckverbandes „ein 7-Meilenstein erreicht ist.“

Bei der konstituierenden Sitzung wurde Herr Dr. Seidemann als nebenamtlicher Geschäftsführer des Zweckverbands gewählt. Die Stellen des hauptamtlichen Geschäftsführers sowie der notwendigen Mitarbeiter sollen in den nächsten Monaten ausgeschrieben werden, damit die Planungen des Projekts schnell weitergetrieben werden können. Ziel ist, so Verbandsvorsitzender Thomas Reumann, dass der Zweckverband schnell mit der Arbeit starten kann: „Wir halten uns an das alte Managementmotto: Schaffe, ned schwätze“.

Sichtlich erfreut zeigt sich auch der Verbandsvorsitzende des Regionalverbands Neckar-Alb, Eugen Höschele: „Seit vielen Jahren wird das Konzept im Regionalverband diskutiert und heute dürfen wir euphorisch sein, dass es nun endlich aufs Gleis gesetzt ist“.
 
Wahlen in der konstituierenden Verbandsversammlung

Verbandsvorsitzender – Herr Landrat Thomas Reumann
Erster Stellvertreter – Herr VV Eugen Höschele
Weitere Stellvertreter – Herr Landrat Joachim Walter, Herr Landrat Günther-Martin Pauli, Frau Oberbürgermeisterin Barbara Bosch, Herr Oberbürgermeister Boris Palmer
Nebenamtlicher Geschäftsführer – Herr VD Dr. Dirk Seidemann
 
Das Projekt Regional-Stadtbahn Neckar-Alb

Die Regional-Stadtbahn ist das größte Infrastrukturprojekt der Region Neckar-Alb. Mit einer Zweisystem-Stadtbahn (Kombination von bestehenden und zu reaktivierenden Eisenbahnen und neu zu bauenden Straßenbahnstrecken) werden die Innenstädte und das Umland in der Region Neckar-Alb miteinander vernetzt. Dadurch entsteht ein Schienenverkehrssystem, das für die Einwohner und Arbeitskräfte in den Städten und Gemeinden sowie im Oberzentrum Reutlingen-Tübingen ein attraktives, elektrifiziertes und zukunftsfähiges Mobilitätsangebot mit einem dichten Taktverkehr bereitstellen soll und so die Daseinsvorsorge der Bevölkerung mit Verkehrsleistungen im Öffentlichen Personennahverkehr sichert.

Strecken der Regional-Stadtbahn Neckar-Alb sind:

Ausbaustrecken:
  • Ammertalbahn (Tübingen – Herrenberg)
  • Neckar-Alb-Bahn (Metzingen – Reutlingen – Tübingen)
  • Ermstalbahn (Bad Urach – Metzingen)
  • Zollern-Alb-Bahn 1 (ZAB 1, Tübingen – Albstadt-Ebingen)
  • Obere Neckarbahn (Tübingen – Rottenburg - Horb)
  • Zollern-Alb-Bahn 2 (ZAB 2, Hechingen – Burladingen)

Neubaustrecken und Reaktivierungen:
  • Talgangbahn (Albstadt-Ebingen – Albstadt-Onstmettingen)
  • Innenstadtstrecken im Oberzentrum Reutlingen-Tübingen
  • Gomaringer Spange (Reutlingen – Nehren)
  • Echaztalbahn mit Albaufstieg (Pfullingen – Kleinengstingen)
 
Der Zweckverband Regional-Stadtbahn Neckar-Alb

Die sechs Projektpartner (Landkreis Reutlingen, Landkreis Tübingen, Zollernalbkreis, Stadt Reutlingen, Universitätsstadt Tübingen, Regionalverband Neckar-Alb) tragen gemeinsam einen Zweckverband zur Umsetzung der Regional-Stadtbahn. Dieser wurde im Jahr 2019 gegründet und hat seinen Sitz in Mössingen. Er übernimmt für seine Mitglieder als Verbandsaufgabe die rahmengebende Planung, Koordination und Repräsentation für das Projekt. Die Mitglieder sehen hierin den ersten Schritt zur Umsetzung des Projekts und beabsichtigen, den Katalog der Aufgaben den wachsenden Bedürfnissen des Projektfortschritts zeitnah anzupassen und zu erweitern.

Die Arbeit des Zweckverbands erfolgt im vertrauensvollen, konstruktiven Zusammenwirken mit den betroffenen Kommunen, den Infrastrukturbetreibern der Schienenstrecken und Verkehrsunternehmen im Verbandsgebiet sowie dem Land Baden-Württemberg.
 


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