Landkreis aktuell

EU-Azubi-Gipfel


Rund 60 Auszubildende aus den Verwaltungen der Landkreise Reutlingen, Tübingen und des Zollernalbkreises sowie der Städte Reutlingen und Mössingen debattierten am vergangenen Dienstag beim Planspiel zum EU Gesetzgebungsverfahren die Rahmenbedingungen des EU-Datenschutzes im Landratsamt Reutlingen.


 
Seit 2015 findet in der Region Neckar-Alb als Teil der Ausbildung bei den öffentlichen Verwaltungen der EU-Azubi-Gipfel zur europäischen Gesetzgebung statt. Die Landeszentrale für politische Bildung ermöglicht die regelmäßige Weiterbildung für Auszubildende mit einer finanziellen Übernahme von 50% der Kosten. Durchgeführt wurde das Planspiel von Moderatoren des Civic-Instituts für internationale Bildung.
 
Mit dem diesjährigen Thema „Die Daten sind frei? Kommerz oder Kontrolle?“ lautete die Herausforderung für die Azubis in wenigen Stunden den europäischen Gesetzgebungsprozess zu durchlaufen und zu einer Einigung zwischen Ministerrat, Kommission und Parlament zu kommen. Dürfen Unternehmen eine Gebühr für das Löschen persönlicher Daten erheben, oder soll das „Recht auf Vergessen“ kostenfrei für EU-Bürgerinnen und Bürger sein?
"Datenschutz ist eines der wichtigsten Themen unserer Zeit, wird aber in den europäischen Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich bewertet. In einer sich rasant immer weiter globalisierenden Welt sind wir nur gemeinsam stark, alleine aber schwach - Europa ist die Antwort auf die zahlreichen Fragen unserer Zukunft. ", gab Gastgeber Landrat Thomas Reumann den Teilnehmenden morgens mit auf den Weg.
 
Danach schlüpften die Azubis in die Rollen der europäischen Institutionen und waren für den Rest des Tages Minister, Kommissare oder Mitglieder des EU-Parlaments. In mehreren Lesungen und Verhandlungsrunden wurde der Verordnungstext ausgearbeitet, live begleitet von der Azubi-Mediengruppe via Blog.

Am Nachmittag konnte nach kontroversen Debatten in allen Gremien eine Einigung über den finalen Text erzielt werden: "Die verschiedenen Interessen unter einen Hut zu bekommen, ist ganz schön anstrengend", schlussfolgerte eine Teilnehmerin. "Ich hätte mir manchmal mehr Widerstand aus der politischen Mitte gewünscht", sagte ein Teilnehmer im Nachgang, der einen Abgeordneten aus dem rechtskonservativen Lager spielte.
Den Realitätscheck gab es am Ende mit Hanna Hahn, die selbst einige Jahre in der Europäischen Kommission gearbeitet hatte. Neben Einblicken in die Kommissionsarbeit stellte Frau Hahn klar: um bei der EU-Kommssion zu arbeiten brauche niemand ein Politik- oder Verwaltungstudium. Jede und jeder könne sich bei der EU-Kommission bewerben, unabhängig von der Ausbildung und Bildungsgrad. Eine durchaus machbare Aufnahmeprüfung entscheide maßgeblich darüber, wer für die EU-Kommission arbeite und dann tatsächlich an der Gesetzgebung der Europäischen Union beruflich mitwirke.

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