Landkreis aktuell

Bildungs- und Teilhabepaket: Anträge haben sich mehr als verdoppelt


Erfreuliche Entwicklung: Die Zahl der gestellten Anträge auf Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets (BUT) stieg im Landkreis Reutlingen seit der ersten statistischen Erhebung im Juni dieses Jahres von 2 257 Anträgen auf  5 235 Anträge zum Stichtag 15. Oktober 2011. Antragsberechtigt sind rund
6 100 Kinder und Jugendliche. Das Angebot des Bundes, mit dem Kindern aus Geringverdienerfamilien mehr Zukunftschancen eingeräumt werden soll, war anfangs in ganz Deutschland nur schleppend angenommen worden. Im Landkreis Reutlingen liegt die Akzeptanz über dem Bundesdurchschnitt.

Darüber informierte Kreis-Sozialamtsleiterin Manuela Jess in der jüngsten Sitzung des Sozial-, Schul- und Kulturausschusses des Kreistags. Die frühzeitigen Informationen der Sozialämter und des Jobcenters, das rasche Gewähren der Leistungen und die vielfältigen Anstrengungen aller Beteiligten, die Zielgruppen im Landkreis Reutlingen zu erreichen, haben sich laut Jess ausgezahlt. Im Landkreis Reutlingen nutzen überdurchschnittlich viele Familien mit schmalem Geldbeutel die finanzielle Unterstützung über das Bildungs- und Teilhabepaket, mit dem sie etwa Schulmaterial besorgen, ihren Kindern die Teilnahme an einem Schulausflug ermöglichen können oder das Mittagessen in der Schulmensa.
Die Steigerung entspricht einer Zunahme um 2 978 Anträge. Während zum Stichtag 15. Juni 2011 die Quote noch bei 37 Prozent Anträgen lag, konnte sie zum Stichtag 15. Oktober 2011 damit auf 85,8 Prozent gesteigert werden.
Verschiebungen gab es bezüglich der sogenannten Rechtskreise, aus denen die meisten Anträge gestellt werden. Lagen im Juni 2011 die Wohngeld- und Kinderzuschlagsbezieher mit 1 304 Anträgen vorne (zum Stichtag 15. Oktober: 1 994 Anträge), liegen nun an erster Stelle die SGB-II-Leistungs-empfänger mit 3 198 Anträgen zum Stichtag Oktober 2011 (Grundsicherung für Arbeitssuchende; Stichtag Juni 2011: 938 Anträge). Ihre Anteil konnte von 22,57 Prozent der Antragsberechtigten auf 61,08 Prozent gesteigert werden.
Bei den Wohngeld- und Kinderzuschlagsempfängern lag der Anteil im Juni 2011 bei 57,77 Prozent, im Oktober 2011 bei 38,08 Prozent. Der Personenkreis der SGB XII-Leistungsempfänger (Grundsicherung im Alter, Hilfe zum Lebensunterhalt) liegt erwartungsgemäß weiterhin unter einem Prozent. Die Zahl der Leistungsberechtigten in diesem Rechtskreis ist mit 43 verhältnismäßig gering. 

Der Landkreis Reutlingen hat damit überdurchschnittliche viele  Berechtigte erreicht: Von den berechtigten SGB-II-Empfängern haben im Bundesdurchschnitt zum Stichtag 15. Oktober nur 44 Prozent einen Antrag gestellt; von den Hilfeempfängern nach SGB XII nur 51 Prozent.

Es wurden im Landkreis Reutlingen vor allem Anträge auf Schulbedarf, Mittagsverpflegung, Ausflüge und Klassenfahrten gestellt. Das Kreis-Sozialamt wird weiterhin offensiv und intensiv über die Chancen und Möglichkeiten des Bildungs- und Teilhabepakets informieren. Aktuelle Informationen und Antragsformulare sowie Merkblätter werden regelmäßig auch auf der Homepage des Landkreises eingestellt.

In Zukunft soll nach einem Vorschlag des Bundes mittels eines Globalantrags auch das Antrags-Verfahren vereinfacht werden. Das heißt, dass mit Antragstellung auf Sozialleistungen automatisch ein Antrag auf alle Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets als gestellt gelten soll, wenn dies im Hauptleistungsantrag angekreuzt wird, ohne dass es konkret schon einen Bedarf gibt. Damit könnten, wenn etwa später eine Klassenfahrt ansteht, die Kosten dafür rückwirkend für den Bewilligungszeitraum der Hauptleistung übernommen werden.

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