Landkreis aktuell

Ein Landkreis für alle: Bäder in Münsingen hängen Messlatte hoch


Am vergangenen Mittwoch hat der Behindertenbeauftragte des Landkreises Reutlingen Tobias Riedel zum Koordinationstreffen der Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderungen im Landkreis eingeladen. Zu Gast waren die Teilnehmenden aus Metzingen, Eningen unter Achalm, Lichtenstein und Wannweil bei Rebecca Hummel, Amtsleiterin Bildung, Soziales und Ordnungsamt und Inklusionsbeauftragte der Stadt Münsingen.

Nicht ohne Grund, denn Thema des Koordinationstreffens war die Barrierefreiheit in Schwimmbädern im Landkreis. Hier sieht Kreisbehindertenbeauftragter Riedel großen Verbesserungsbedarf: Denn von den rund zwanzig Bädern im Landkreis Reutlingen bieten gerade einmal eine Hand voll einen barrierefreien Zugang ins Wasser für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, von Barrierefreiheit für Menschen mit anderen Arten der Beeinträchtigung ganz zu schweigen.

Als vorbildlich bezeichnete Bürgermeister Christian Majer der Gemeinde Wannweil das Freibad in Münsingen im Rahmen der Besichtigung kurz vor dem Start der Freibadsaison. Auch die restlichen Anwesenden waren von den praktischen Umsetzungen zur Barrierefreiheit im Bad begeistert. Dazu gehören, neben einem Lifter ins Schwimmbecken und einer Toilette für alle, beispielsweise auch Spinde auf einer für Rollstuhlfahrende geeigneten Höhe, ein Tastmodell für blinde und sehbeeinträchtigte Menschen und ein Leitsystem, welches durch die reine Nutzung von Symbolen nicht nur Menschen mit kognitiven Einschränkungen, sondern allen Personen mögliche Sprachbarrieren nimmt. Neben dem bestehenden Freibad wurde auch das neue Hallenbad besichtigt, das im Herbst 2024 eröffnet werden soll.

„Die Messlatte wurde hier hoch gehängt“, meint Inklusionsbeauftragte Natalie Henkel aus Metzingen mit einem Augenzwinkern. Dort befindet man sich aktuell in der finalen Planungsphase für das Kombibad. Tobias Riedel fordert, dass Barrierefreiheit wie in Münsingen nicht die Ausnahme, sondern im Jahr 2024 Standard in Schwimmbädern im Landkreis sein muss. Auch die UN-Behindertenrechtskonvention, deren Ratifizierung in Deutschland sich dieses Jahr zum fünfzehnten Mal jährt, fordert neben vielen weiteren Punkten, den barrierefreien Zugang zu Sport-, Erholungs- und Tourismusstätten, auch für Menschen mit Behinderungen.

Einig war man sich, dass die Zusammenarbeit auf Kreisebene für alle Beteiligten gewinnbringend ist und es in regelmäßigen Abständen Versammlungen dieser Art geben muss. Das nächste Koordinationstreffen im Herbst wird die Barrierefreiheit im Tourismus in den Fokus stellen.


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