Sektorenübergreifende Versorgung

Der Landkreis Reutlingen war von Januar 2016 bis Januar 2018 zusammen mit den Landkreisen Biberach und Ravensburg Teil des Modellprojekts zur Verbesserung der sektorenübergreifenden Versorgung für die Modellregion Südwürttemberg, gefördert vom Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg. Im Rahmen des Projekts fand eine Datenerhebung statt, um den IST-Zustand der ambulanten und (teil)stationären Versorgung und die Patientenströme quantitativ zu erfassen. Berücksichtigt wurden dabei auch Daten an den Schnittstellen zur Gesundheitsförderung, Pflege und Prävention. Gleichzeitig wurden vor Ort tätige Experten einbezogen, um sowohl Handlungsempfehlungen als auch ein Konzept zur sektorenübergreifenden Versorgung zu entwickeln. In die Handlungsempfehlungen flossen zudem Perspektiven von betroffenen Patienten oder deren Angehörige ein.
Das Modellprojekt dient der Absicht, die ambulanten, stationären und wiedereingliedernden Versorgungsstrukturen stärker miteinander zu verbinden und im Hinblick auf eine tiefergehende Zusammenarbeit neue Lösungsansätze zu entwickeln.
Exemplarisch wurden für das Modellprojekt sieben Krankheitsbilder (Anorexie im Kindes- und Jugendalter, Darmkrebs, Demenz, Depression, Diabetes mellitus, (Chronischer) Kreuzschmerz und Schlaganfall) ausgewählt und im Hinblick auf eine größere Durchlässigkeit innerhalb der Versorgungsstrukturen analysiert. Im Rahmen dieser Analyse wurden die, aus Sicht der Experten, optimalen Versorgungsstrukturen erarbeitet und dargestellt. Die Expertenarbeitsgruppen setzten sich aus Haus- und Fachärzten, Klinikärzten, Pflegepersonal, Apothekern, behandlungsergänzendem Fachpersonal, Fachkräften aus Rehabilitationseinrichtungen, Fachkräften aus dem Sozialdienst und Wohlfahrtsverbänden, Vertretern der Kassenärztlichen Vereinigung, Vertretern der Kostenträger, Personal aus Einrichtungen zur Prävention und Gesundheitsförderung und Patientenvertretern zusammen.
Parallel zu den Expertensitzungen fand pro Krankheitsbild eine Fokusgruppensitzung statt. Hierzu kamen aus den Landkreisen der Modellregion insgesamt 10-12 Patienten und/oder Angehörige von Patienten zusammen, die sich in einer Sitzung sowohl über den IST-Zustand als auch über den SOLL-Zustand austauschten.
 
Die Universität Heidelberg, Abteilung für Allgemeinmedizin und Versorgungsforschung, war zuständig für die quantitative Datenanalyse für Baden-Württemberg.
Das Institut für Allgemeinmedizin der Universität Frankfurt begleitete die Landkreise bei der Umsetzung der Expertenarbeitsgruppen.
Die Universität Stuttgart, ZIRIUS – Zentrum für Interdisziplinäre Risiko- und Innovations-forschung, führte die Fokusgruppen durch und bot Unterstützung bei der Dialogveranstaltung.
Das Landesgesundheitsamt übernahm Koordinationsaufgaben im Rahmen des Gesamtprojektes.

Projektablauf




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