Bad Urach. Der Bewegungspass wurde vom Amt für Sport und Bewegung der Landeshauptstadt Stuttgart entwickelt und mittlerweile in 35 Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg eingeführt. Ziel des Bewegungspasses ist, die körperliche Aktivität und motorischen Kompetenzen von Kindern im Alter zwischen zwei und sieben Jahren zu fördern. Seit 2023 gibt es das Förderprogramm auch in Reutlingen, bei dem immer mehr Kindertageseinrichtungen und Vereine in der Region mitmachen. Zuletzt haben rund 30 Erzieherinnen und Erzieher aus Kindergärten in Bad Urach an der Bewegungspass-Schulung teilgenommen und werden das Konzept in den Einrichtungen umsetzen.
„Die Bewegungsgeschichte der Menschheit hat sich leider zum Negativen entwickelt“, sagt Silke Münzing vom Gesundheitsamt Reutlingen, die zusammen mit ihrer Kollegin Christin Krenzler die Schulung durchführt. In unserem Alltag sei kein Raum mehr für Bewegung, Kinder würden in die Kita gefahren und zum Einkaufen nehme man sowieso das Auto. „Wir transportieren unsere Kinder zu viel. Dabei ist gerade die frühkindliche motorische Entwicklung so wichtig“, betont Münzing.
Hier setzt der Bewegungspass an: Da ein Großteil der Kinder in Baden-Württemberg eine Kita besucht, werden durch die Kita-Betreuung besonders viele Kinder erreicht. Außerdem verfügen Kitas über Bewegungsräume oder Spielgelände, die zu Bewegung animieren. Die Schulung zum Bewegungspass befähigt die pädagogischen Fachkräfte, Bewegungsförderung gezielt, spielerisch und ohne Zusatzaufwand in ihren Kita-Alltag zu integrieren. Unterstützend gibt es Spiel- und Sportutensilien, Bewegungskarten sowie den Bewegungspass für die Kinder, wo geschaffte Übungen abgestempelt werden können. Er trainiert elementare Bewegungsformen wie Laufen, Werfen und Fangen, Hüpfen oder Klettern. Der Bewegungspass berücksichtigt die individuellen Stärken eines jeden Kindes und lässt jeder Einrichtung den pädagogischen Freiraum in der Umsetzung.
Der Bewegungspass lässt sich problemlos mit bestehenden Präventionsprogrammen, wie etwa den „JolinchenKids“ kombinieren. JolinchenKids ist ein kostenfreies Präventionsprogramm für Kindertagesstätten, um Gesundheitsförderung dauerhaft in den Alltag zu integrieren. Die teilnehmenden Einrichtungen werden von der AOK mit Fortbildungen, Material und fachlicher Begleitung unterstützt.
Entwickelt wurde der Bewegungspass unter Berücksichtigung des Orientierungsplans Baden-Württemberg für Kindertageseinrichtungen und bestehender Bildungskonzepte. Initiiert und gestartet wurde er bereits 2016 durch die Landesgesundheitsämter, unterstützt vom Landessportverband und der AOK Baden-Württemberg.
Eveline Blank, AOK Neckar Alb