In der Flurneuordnung Pfronstetten-Aichstetten/Tigerfeld kann mit dem zweiten Bauprogramm begonnen werden. Am vergangenen Dienstag hat Ministerin Marion Gentges MdL vom Ministerium für Ländlichen Raum, Landwirtschaft und Heimat, den Bewilligungsbescheid von rund 2,5 Millionen Euro an den Vorsitzenden der Teilnehmergemeinschaft, Georg Schneider, übergeben.
Mit vor Ort waren unter anderem Manuel Hailfinger MdL, Ordnungsdezernent Philipp Hirrle in Vertretung für Landrat Dr. Ulrich Fiedler, Christian Kutterer, Leitung des Amtes für Landentwicklung und Vermessung des Landkreises Reutlingen, Nicole Frasch, erste stellvertretende Bürgermeisterin und Gemeinderätin der Gemeinde Pfronstetten, sowie weitere Vertretende der Gemeinde und des Landkreises Reutlingen. Ebenso mit dabei waren Vorstandsmitglieder der Teilnehmergemeinschaft mit ihren Stellvertretenden sowie Steffen Meißner, Geschäftsführung des Verbands der Teilnehmergemeinschaften Baden-Württemberg.
Mit der Übergabe des Bewilligungsbescheids kann einer der wichtigsten Verfahrensabschnitte im Flurneuordnungsverfahren fortgesetzt werden, dem Wegebau. Das Wegenetz bildet später das Grundgerüst für die Neuzuteilung der Flächen. Somit sehen die Teilnehmenden nun erstmals das Ergebnis langjähriger Planungen.
Das alte Wegenetz besteht seit über 100 Jahren und ist noch auf die Bearbeitung der Flure mittels damaliger Fahrzeuge, häufig Gespanne mit Tieren, ausgerichtet. Mit dem Flurneuordnungsverfahren wird es nun modernisiert, sodass es den Anforderungen der modernen Landwirtschaft gerecht wird und problemlos von den Landwirtinnen und Landwirten mit den heutigen Fahrzeugen befahren werden kann.
Von der Neuordnung der Flurstücke profitieren neben der Landwirtschaft auch Bürgerinnen, Bürger und die Gemeinde Pfronstetten. So können die neu enstehenden Wege zum Beispiel auch zum Radeln, Spazierengehen oder für die Joggingrunde genutzt werden, während die Gemeinde durch die Modernisierung Unterhaltskosten einsparen kann. Ebenso wird innerorts die Sicherheit im Straßenverkehr erhöht, da der landwirtschaftliche Verkehr darum herumgeleitet wird. Für den Naturschutz ergeben sich ebenfalls Vorteile, da vorhandene Landschaftselemente gesichert werden und so die Artenvielfalt gestärkt wird.
Die gesamten Ausführungskosten des Verfahrens belaufen sich auf 6,44 Millionen Euro. Land und Bund bezuschussen es in Höhe von fünf Millionen Euro. Die Bewilligungsbescheide werden dabei in Tranchen übergeben.
Die restlichen Kosten verteilen sich auf die Grundstückseigentümerinnen und -eigentümer, auf die Gemeinde Pfronstetten in Form eines freiwilligen Beitrags und das Regierungspräsidium Tübingen, das sich am kombiniertem Rad- und Wirtschaftsweg entlang der Bundesstraße 312 beteiligt.