Gießen vor Gewittern - in Garten und Streuobst
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Die Hitzewelle setzt Pflanzen durch akute Trockenheit zu. Die anstehenden Niederschläge werden bei Gewittern niedergehen - dabei ist Starkregen wahrscheinlich und wird dann von den ausgetrockneten Böden nicht so rasch aufgenommen werden können. Abhilfe kann das Mulchen mit Rasenschnitt oder Heu schaffen.
Aufgrund der aktuellen Hitzewelle ist es inzwischen dringend angeraten, Jungbäume zu gießen, die in diesem Jahr gepflanzt worden sind. Hierbei ist es besser, einmal 40 Liter Wasser langsam einsickern zu lassen, als häufiger 10 Liter Wasser zu gießen. So eine kleine Menge dringt erst gar nicht bis zu den Feinwurzeln vor und verdunstet aus dem Oberboden. Das wenige Regenwasser das man nun noch vorrätig hat sollte natürlich zu den am meisten leidenden oder empfindlichen Pflanzen gebracht werden. Die Nutzung von Trinkwasser oder Entnahme aus Bächen ist aufgrund der zunehmenden Wasserknappheit nicht angeraten.
Wir müssen damit rechnen, dass die nächsten Niederschläge als Starkregen bei Gewitter niedergehen werden. In Vorbereitung dieser Niederschläge ist es sehr günstig im Vorfeld den Boden wieder etwas zu befeuchten, denn so wird er aufnahmefähiger und kann das schnell niedergehende Wasser besser aufnehmen.
In unserer Region haben wir verbreitet sehr tonige Böden. Das erkennt man an den Schrumpfrissen die entstehen, wenn der Boden austrocknet und sich zusammenzieht. Diese Böden können ebensogut wieder aufquellen und viel Wasser speichern - aber dafür benötigen sie Zeit. Wenn jetzt Starkregen kommt, fließt dieses Wasser vor allem oberflächlich ab, weil der tonige Boden hart ist wie gebrannte Lehmziegel. Daher ist es günstig, wenn jetzt gegossen wird und der Boden langsam ein wenig Feuchtigkeit einziehen lassen kann.
Zusätzlich zur Vorbereitung und zum Verringern der Verdunstung eignet sich das Mulchen sehr gut. Angetrockneter Rasenschnitt oder Wiesenheu kann eingesetzt werden, um den Boden zu schützen, den Starkregen aufzufangen und das Einsickern des Wassers in den Boden zu erleichtern. Das Material, besonders Rasenschnitt, muss aber trocken sein, damit sich keine wasserundurchlässige Matsch-Schicht und darin Fäulnis bildet. Frischer Rasenschnitt hoch aufgeschichtet beginnt wegen der Fäulnis nach kurzer Zeit unangenehm zu riechen und sollte auch auf dem Kompost immer nur angetrocknet zugegeben werden.
Mit Heu oder trockenem Rasenschnitt kann man nun eine gut 10cm hohe Mulchschicht im Traufbereich von Obstbäumen und Ziergehölzen ausbringen. Der Traufbereich ist die Fläche, die von oben gesehen vom Laubdach der Gehölze bedeckt wird. In diesem Bereich finden sich die Feinwurzeln, die Wasser aufnehmen. Die Mulchschicht bewirkt, dass der Regen langsamer einsickern kann und die Feuchtigkeit besser vor Ort gehalten wird. Wenn auf diese Weise wiederholt gemulcht wird, also ein- bis dreimal im Jahr, wird das Material umso schneller vom Bodenleben abgebaut. Zusätzlich wird dadurch Humus aufgebaut, der wiederum ebenfalls das Wasser sehr gut hält und es schneller aufnehmen kann als reiner Tonboden.
Wühlmäuse und Feldmäuse werden von Mulchschichten übrigens nicht sonderlich angelockt - sie finden aktuell im Freiland genug Nahrung und Deckung. Aber zum Laubfall hin sollten die Reste der Mulchschicht in die umgebende Fläche verzogen werden, damit die Mäuse nicht in deren Schutz am Stammfuß nagen und die Wurzelrinde abfressen.
Die aktuelle Extremsituation erfordert Flexibilität und einfache aber wirksame Maßnahmen. Hier bietet sich nun das Heu als wertgeschätztes Mulchmaterial an. Früher war die Doppelnutzung der Streuobstwiesen die Produktion von Heu als Tierfutter und Obst. Heutzutage ist für viele Bewirtschafter das anfallende Mahdgut und seine Entsorgung eine Last. Als Mulchmaterial bietet es nun viele Vorteile.