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Der demografische Wandel stellt das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen: Es stellt sich die Frage, wie trotz des Ärztemangels eine hochwertige gesundheitliche Versorgung - besonders im ländlichen Raum - gewährleistet werden kann. An diesem Punkt setzt das Projekt „Regionen für ärztliche Ausbildung“ an, welches im Landkreis Reutlingen mit einer Auftaktveranstaltung aller Beteiligten am Donnerstag, 06.11.2025, gestartet ist.

Durch das Projekt wird die Vernetzung der Medizinischen Fakultät der Universität Tübingen mit den Kreiskliniken Reutlingen, Praxen und Gemeinden im Landkreis Reutlingen vorangebracht. Ziel ist es, die akademische Ausbildung stärker mit der praktischen Gesundheitsversorgung zu verzahnen und Studierende frühzeitig für eine spätere ärztliche Tätigkeit – insbesondere im ländlichen Raum – zu begeistern. Im Rahmen von Blockpraktika und Hospitationen sollen Medizinstudierende die Region Reutlingen kennenlernen und für eine Tätigkeit im Landkreis gewonnen werden. Diese attraktiven Ausbildungsbedingungen tragen dazu bei, die medizinische Versorgung im ländlichen Raum nachhaltig zu stärken.

Die Medizinische Fakultät der Universität Tübingen sowie das Institut für Allgemeinmedizin und Interprofessionelle Versorgung arbeiten dabei eng mit dem Landratsamt Reutlingen zusammen. Das Projekt wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg (MWK) gefördert und unterstützt den Austausch zwischen Gesundheitsämtern, kommunalen Gesundheitskonferenzen, Lehrpraxen und Medizinstudierenden der baden-württembergischen Fakultäten.

Reutlingen ist der vierte Landkreis in Baden-Württemberg, der zur Region für ärztliche Ausbildung wird. Die Landkreise Calw und Freudenstadt sowie der Zollernalbkreis in direkter Nachbarschaft zu Reutlingen haben sich bereits auf den Weg gemacht. 

Die ersten Schritte im Landkreis Reutlingen

Landrat Dr. Ulrich Fiedler und Dr. Kersten Wolfers, Leiterin des Kreisgesundheitsamts, begrüßten die Projektbeteiligten und Kooperationspartner am Donnerstag, 06.11.2025, zur Auftaktveranstaltung im Landratsamt Reutlingen. Prof. Dr. Stephan Zipfel und Dr. Hannah Haumann von der Universität Tübingen schilderten dabei ihre Perspektive auf das Projekt. Darüber hinaus brachten Dominik Nusser, Geschäftsführer der Kreiskliniken Reutlingen, sowie Dr. Günther Fuhrer, Vorsitzender der Kreisärzteschaft Reutlingen, die Sichtweisen der Kreiskliniken und der Ärzteschaft ein. Alle Beteiligten eint die Motivation, die ärztliche Ausbildung im Landkreis Reutlingen noch weiter auszubauen und zu verbessern, um junge Medizinstudierende für den Landkreis zu begeistern. 

Als nächster Schritt findet am 28.01.2026 ein „Tag der Lehre“ statt. Dabei steht neben der aktiven Einbindung der Leistungserbringer im Gesundheitswesen - neben Ärzteschaft beispielweise auch nicht-ärztliche Professionen wie Apotheker und Physiotherapeuten -  insbesondere die Vernetzung aller Beteiligten und die Sammlung von Ideen für eine attraktive Region für ärztliche Ausbildung im Landkreis Reutlingen im Fokus.

Weitere Informationen

Der Landkreis Reutlingen hat sich zur Aufgabe gemacht, die Weiterentwicklung der Gesundheitsversorgung, unter anderem durch die Erstellung einer Struktur- und Medizinkonzeption, aktiv zu gestalten. Das Projekt „Regionen für ärztliche Ausbildung“ ist ein Teil davon. Studierende sollen die Möglichkeit bekommen, frühzeitig innovative Versorgungsformen im Landkreis kennen zu lernen und diese gemeinsam mit den Projektpartnern vor Ort weiter zu entwickeln.  

Veranstalter der Auftaktveranstaltung ist die Abteilung Gesundheitsplanung des Kreisgesundheitsamtes Reutlingen.