Übersetzung mit Google Translate wählen

Die Kreiskliniken Reutlingen, die Kreisärzteschaft Reutlingen mit den niedergelassenen Praxen, die PP.rt – Gemeinnützige Gesellschaft für Psychiatrie Reutlingen mbH, der Landkreis Reutlingen sowie die Bezirksärztekammer Südwürttemberg haben eine Kooperationsvereinbarung zur Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin unterzeichnet. Ziel ist es, Ärztinnen und Ärzten auf dem Weg zum Facharzttitel Allgemeinmedizin eine strukturierte, sektorenübergreifende, koordinierte und wohnortnahe Weiterbildung in der Region zu ermöglichen – und damit die hausärztliche Versorgung im Kreis langfristig zu stärken – der „Reutlinger Weg“. 

Was bedeutet „Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin“? 

Die Facharztweiterbildung Allgemeinmedizin dauert insgesamt 60 Monate (5 Jahre). Im sogenannten Verbund werden die einzelnen Stationen – Klinik und Praxis – aufeinander abgestimmt, damit Ärztinnen und Ärzte ihre Abschnitte möglichst nahtlos planen und absolvieren können.

Kernpunkte der Weiterbildung (gemäß Weiterbildungsordnung): 

  • 12 Monate Innere Medizin in der stationären Akutversorgung 
  • 24 Monate Allgemeinmedizin in der ambulanten hausärztlichen Versorgung 
  • Weitere 24 Monate in Gebieten der unmittelbaren Patientenversorgung (mindestens 6 Monate davon außerhalb von Innerer Medizin und Allgemeinmedizin) 

Im Kreis Reutlingen wird dieses Konzept als „Reutlinger Weg“ umgesetzt: Ärztinnen und Ärzte können dabei die Krankenhausphase ihrer Weiterbildung in den Kreiskliniken Reutlingen (inkl. 
PP.rt) absolvieren und wechseln anschließend in regionale Praxen für die ambulante Phase – mit dem Ziel, möglichst viele Ärztinnen und Ärzte dauerhaft für die Region zu gewinnen. 

„Der Reutlinger Weg“ – Praxisnah, breit, gut koordiniert 

Die neue Kooperation bietet eine umfassende Weiterbildung mit vielen Fachrichtungen. Die Ärztinnen und Ärzte können – je nach Schwerpunkt und Bedarf – unterschiedliche Stationen durchlaufen, unter anderem Innere Medizin, Notaufnahme, alle chirurgischen Fachrichtungen, Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Kinderheilkunde, Neurologie oder Psychiatrie. Damit die Weiterbildung nicht nur fachlich, sondern auch organisatorisch „aus einem Guss“ läuft, sind klare Zuständigkeiten vereinbart: 

  • Koordinierungsstelle stationär und Organisation: Kreiskliniken Reutlingen 
  • Koordinierungsstelle ambulant: Kreisärzteschaft/niedergelassener Bereich
  • Mindestens einmal jährlich stimmen sich die Partner in einer Koordinierungskonferenz ab. 

Die Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung werden zusätzlich begleitet – zum Beispiel durch Seminare und Mentoren. Auch spezielle Schulungen für diejenigen, die ausbilden, sind vorgesehen. Den vorgeschriebenen 80-Stunden-Kurs „Psychosomatische Grundversorgung“ können alle Teilnehmenden über den Verbund absolvieren. 

Dominik Nusser, Geschäftsführer der Kreiskliniken Reutlingen:

„Mit dem Reutlinger Weg schaffen wir ein attraktives, verlässliches Angebot für Ärztinnen und Ärzte in Weiterbildung – mit breiter klinischer Erfahrung, guter Anleitung und klarer Perspektive. 
Davon profitieren unsere Kliniken, vor allem aber die Menschen im Kreis Reutlingen.“ 

Dr. Ulrich Fiedler, Landrat Landkreis Reutlingen

"Als Landkreis arbeiten wir intensiv für eine hochwertige, verlässliche und zeitgemäße Gesundheitsversorgung in der Region. Mit der Kooperationsvereinbarung leisten wir dazu einen weiteren Beitrag und investieren gemeinsam in die Zukunft: Wir stärken die Ausbildung vor Ort und verbessern die Chancen, dass Hausärztinnen und Hausärzte langfristig im Kreis Reutlingen tätig werden." 

Dr. Günther Fuhrer, Vorsitzender der Kreisärzteschaft Reutlingen: 

„Für junge Kolleginnen und Kollegen ist Planbarkeit entscheidend. Der Verbund sorgt dafür, dass der Übergang von der Klinik in die Praxis gut vorbereitet und möglichst nahtlos gelingt – und dass Praxen im Kreis frühzeitig mit dem Nachwuchs in Kontakt kommen.“ 

Dr. Sophia Blankenhorn, Präsidentin der Bezirksärztekammer Südwürttemberg: 

„Der Reutlinger Weg ist ein starkes Beispiel dafür, wie sektorenübergreifende Weiterbildung gelingen kann: Klinik und Praxis arbeiten eng zusammen und geben Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung klare Strukturen, verlässliche Abläufe und eine hochwertige Begleitung. Das stärkt die Allgemeinmedizin – und kommt am Ende direkt der Versorgung der Menschen in der Region zugute.“ 

Dr. Frank Andres, Chefarzt Neurologie, Kreiskliniken Reutlingen: 

„Wir möchten Weiterzubildenden einen ‘stationären Rucksack’ voller Fertigkeiten mitgeben: Akutmedizin, Notfallkompetenz und ein breites Spektrum an Patientenkontakten. Im Idealfall bleiben sie anschließend in der Region – als Hausärztinnen und Hausärzte und als starke Partner in der sektorenübergreifenden Versorgung.“ Weitere weiterbildungsbefugte Ärztinnen und Ärzte sowie Praxen können dem Verbund beitreten und so zusätzliche Weiterbildungsabschnitte anbieten. „Der Reutlinger Weg“ steht damit für eine moderne, verlässliche und regional verwurzelte Verbundweiterbildung Allgemeinmedizin, die jungen Ärztinnen und Ärzten klare Strukturen und der Bevölkerung im Kreis Reutlingen eine stabile hausärztliche Versorgung bietet.