Ihr Ansprechpartner

GRÜNFLÄCHEN-BERATUNGSSTELLE

Kreisfachberatung für Obst- und Gartenbau

Telefon:
07121 480-3327
Fax:
07121 480-1834

Aktuelles aus der grünflächenberatungsstelle

25.11.2020
Anmeldungen zum Streuobstunterricht sind noch möglich! 


Unterricht im Grünen! Wer will das nicht? Gerade in unserer jetzigen Situation, gibt es doch nichts schöneres, als unsere Kleinen auch mal für eine Unterrichtsstunde nach draußen zu schicken und sie dort die Welt entdecken zu lassen.

Streuobstunterricht

Unsere Streuobst-PädagogInnen bewirtschaften mit der Schulklasse eine Streuobstwiese im Jahresverlauf. Das Angebot richtet sich vorrangig an die 3. Klassen.
Der Unterricht findet zwischen November/Dezember und Mitte Oktober des Folgejahres direkt auf der Streuobstwiese statt und vermittelt den Kindern spielerisch und erlebnisreich die Themenbereiche Pflege, Verwertung, Pflanzen und Tiere sowie eine Einführung in das Thema Streuobst. Dabei wird zwischen Pflichtmodulen und Wahlmodulen unterschieden. Die Pflichtmodule beinhalten die wesentlichen Unterrichtseinheiten aus allen Themenbereichen, die für ein möglichst breites Wissen und Erleben der Streuobstwiesen notwendig sind. Jede Klasse muss mindestens ein Pflichtmodul aus jedem Themenbereich buchen.



26.10.2020 Neuer Instagram-Account unserer Vereine

Als Geschäftsführer des Kreisverbands der Obst- und Gartenbauvereine (KOV) und der Fachvereinigung Obstbau (FV-O), freuen wir uns den Instagram-Account der beiden Vereine ankündigen zu dürfen. 

Handy mit Instaprofil

Folgen Sie streuobst_und_garten_rt auf Instagram und verpassen Sie nie wieder eine Veranstaltungen oder ein Kurs der Vereine. Ebenfalls bekommen Sie der Jahreszeit entsprechend hilfreiche Garten- und Streuobsttipps. 
Wenn Sie keinen Instagram-Account haben, müssen Sie sich nicht sorgen. Wir informieren Sie unter der Rubrik "Aktuelles" auf dieser Seite über die selben Neuigkeiten. 



14.10.2020
Einladung zum 14. Obstbaumschnitt-Tag in Münsingen-Auingen


ABSAGE - Leider mussten wir den Schnitttag Aufgrund der derzeitigen COVID-19 Situation absagen! Wir hoffen auf das nächste Jahr! 

Sehr geehrte Damen und Herren,
 
der diesjährige Obstbaumschnitt-Tag findet in Münsingen-Auingen statt. 2011 wurde dort im Zusammenhang mit einer Ausgleichsmaßnahme für Windräder in Zusammenarbeit mit dem Obst- und Gartenbauverein Auingen, Herrn Georg Huwe eine neue Obstwiese in 894 m Höhe aufgebaut. Zusätzlich nutzt die Stadt Münsingen die Fläche für Baumpaten wo bei besonderen Anlässen wie der Geburt eines Kindes oder ähnlichem ein Baum gepflanzt werden kann.
Vor allem die Bäume der Baumpaten bedürfen einer intensiven Pflege. Daher möchten wir unsere traditionelle Veranstaltung nutzen, um diese Bäume wieder in einen ordentlichen Zustand zu versetzen und gleichzeitig dient sie als Auftakt der Schnittsaison und Ihnen sich fachlich auszutauschen.
Schnittunterweisung
 
Termin: Samstag, den 14.11.2020 von 9.00 Uhr bis 14.00 Uhr
Treffpunkt ist die Ausgleichsmaßname Reiselau" in Münsingen-Auingen. Zu erreichen  über die Umgehungsstraße L 230 (siehe Lageplan)
 
Für das leibliche Wohl ist wie immer gesorgt. Das Mittagessen wird von der Stadt Münsingen getragen.
 
Eine schriftliche Anmeldung ist coronabedingt zwingend erforderlich, vorzugsweise per Mail, an die Grünflächenberatungsstelle bis Montag, den 09.11.2020!
Die Teilnehmerzahl wird auf 30 Personen begrenzt.



Ältere Nachrichten der Grünflächenberatungsstelle
"Der Garten als Anker in Zeiten von Corona" Zitat von Frau Braun

BraunGarten2

Bereits im Jahr 2019 – als sich noch niemand so etwas wie die Corona-Pandemie vorstellen konnte, hat sich der Kreisverband der Obst- und Gartenbauvereine im Landkreis Reutlingen entschieden, das Jahresmotto für 2020 der Gartenkultur zu widmen. Dabei dachten wir jedoch nicht an die Steingärten sondern an Gärten die einer Vielzahl von unterschiedlichen Pflanzen und Tieren eine Heimat bieten. Gärten sind wichtige Erholungsräume in einer zunehmend hektischer werdenden Zeit. Ein blumenreicher Garten ist für Insekten und insbesondere für Bienen wichtig. Mancher Gartenfreund begreift seine Gartenarbeit als kreative Herausforderung.
Iris Braun, ist eine solche kreative Person. Aus ihrem Garten und der anliegenden Streuobstwiese in Kusterdingen hat sie in 25 Jahren ein lebendes Kunstwerk geschaffen. Es ist ein Garten, den man mit allen Sinnen erleben muss. Diesem Garten hat der Kreisobstbauverband bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr, mit einer begrenzten Anzahl von Teilnehmern, einen Besuch abgestattet. Die Veranstaltungen wurden von Isabel Möhrle von der Grünflächenberatungsstelle im Landratsamt vorbereitet. Stand bei dem ersten Besuch vor allem die sommerliche Blütenzeit mit Rosen im Vordergrund, so waren es jetzt die Stimmungen des Herbsts, der Erntezeit, die es zu erleben gab. Der Garten war eine wahre Freude, es summt und brummt überall und die Blumen des Herbsts entfalteten ihre ganze Farbenpracht. Die rot- und blaugetönten Herbstastern bilden einen schönen Kontrast zu den filigranen Strukturen der vielen Gräser.

Natürlich wurde auch gefachsimpelt unter anderem über die Walnussfruchtfliege, ein neuer Schädling der sich in Zeiten des Klimawandels seit den letzten 6 Jahren auch bei uns immer stärker ausbreitet und den riesigen Walnussbaum im Eingangsbereich befallen hatte. Durch die Fruchtfliege wird die grüne Schale der Nüsse zerstört. Übrig bleibt eine braune klebrige Masse, die sich auch negativ auf die Kerne der Nuss auswirkt.
Kleiner Tipp: Auch im Herbst kann man im Garten viel erledigen. Jetzt muss überlegt werden, was im Frühjahr im Garten blühen soll. Der Herbst ist die Zeit zum pflanzen auch von Blumenzwiebeln. Wohin sollen Tulpen, Narzissen, Krokus oder Winterlinge die im Frühjahr blühen?

1992 – als vor 28 Jahren – ist Iris Braun in ihr Haus in Kusterdingen eingezogen. Ein Landschaftsgärtner erhielt den Auftrag auf einer Fläche von rund. 2.800 m² einen pflegeleichten Garten mit Gras und Sträucher zu gestalten. Doch dann, inspiriert durch das Gartenbuch "Die Gärten von Gerdrude Jekyll“ begann Frau Braun sich intensiver mit ihrem Garten zu beschäftigen. Jahr für Jahr änderte der Garten sein Gesicht und über die Jahre hinweg entstand ein herrlicher Staudengarten der seinesgleichen sucht. Unsere Mitglieder hatten die Gelegenheit diesen wunderschönen Garten zu genießen. Von dem ursprünglichen Ansatz eines „pflegeleichten Garten“ ist nichts übrig geblieben. Die Arbeit im Garten ist mehr Lust als Last. Oder wie Iris Braun sagte: "Für meinen Garten lasse ich alles andere liegen".
Alte Obstsorten im Handel erhältlich 

Heute wurden die ersten Jakob Fischer Äpfel geliefert. Ab morgen sind sie in ausgewählten Märkten in der Region erhältlich!
Ab Mitte August ist die Sorte Jakob Fischer reif. Sie ist nur kurze Zeit lagerfähig. Die geerteten Äpfel sollten deshalb schnell verarbeitet werden. Der Jakob Fischer Apfel wird vorzugsweise als Tafelsorte gehandelt und eignet sich hervorragend zur Herstellung von Apfelmus oder zum Frischverzehr.
Alte Sorte: Jakob Fischer

Unsere Streuobstwiesen sind ein einmaliger Landschaftsraum, der nicht nur wertvolle Funktionen für den Arten und Klimaschutz übernimmt, sondern auch einen wahren Schatz an traditionellen und schmackhaften Sorten beherbergt. Leider hat in den letzten Jahrzehnten das Streuobst immer mehr an Wert verloren und die Mostobstpreise waren und sind unbefriedigend. Aber die Zeiten ändern sich: die regionale Versorgung der Bevölkerung, der Erhalt der Kulturlandschaft und Klima und Artenschutz rücken zunehmend in das Bewusstsein der Verbraucher/innen in Baden Württemberg. Diese Chance wollen wir nutzen!
Der Verein Schwäbisches Streuobstparadies e.V. hat sich gemeinsam mit seinen Mitgliedern das Ziel gesetzt, Obst aus den Streuobstwiesen an Verarbeiter und Handel zu vermitteln. Die Mitarbeiterinnen in der Geschäftsstelle des Streuobstparadieses treten dabei als Vermittlerinnen auf, bündeln, koordinieren und organisieren die Lieferungen, um der klein strukturierten Streuobstlandschaft mit ihren vielfältigen Bewirtschaftungsstrukturen Zugang zum Markt zu verschaffen. Dazu hat die Geschäftsstelle des Schwäbischen Streuobstparadies ausgewählte Lebensmitteleinzelhändler (EDEKA und REWE) im Vereinsgebiet kontaktiert und ihnen angeboten, alte Apfelsorten aus den umliegenden Obstwiesen im Herbst in ihren Märkten zu verkaufen. Erfreulicherweise ist das Vorhaben bei den Einzelhändlern auf Begeisterung gestoßen und wir suchen nun Lieferanten, die die Äpfel bereitstellen können.

Für dieses Jahr sind keine Anmeldungen mehr möglich. Halten Sie aber unbedingt Ausschau nach alten Sorten aus dem Streuobstparadies. Bis Herbst werden von Jakob Fischer über Kardinal Bea und Goldparmäne verschiedene Apfelsorten angeboten.

Einsatz für den Alpenbock im Landkreis Reutlingen

Isabel Möhrle, Kreisfachberaterin für Obst- und Gartenbau, war kürzlich auf Streuobstwiesen im Landkreis Reutlingen unterwegs. Dabei entdeckte sie in einem älteren Streuobstbestand in der Nähe Pfullingens zwischen liegendem und stehendem Totholz einen blau schimmernden Käfer. "Erst beim zweiten Blick war ich mir sicher, dass es sich um einen Alpenbock handelt und ich machte einen innerlichen Freudensprung. Ich hatte davor noch nie einen Alpenbock in freier Natur zu Gesicht bekommen, dass ich ihn auf einer Streuobstwiese entdeckt habe, freut mich in besonderer Weise“, so Isabel Möhrle. Dass sie den Alpenbock in Pfullingen entdecken und fotografieren konnte, ist auf eine lange Tradition in den Wäldern im Kreis Reutlingen zurückzuführen. Die naturräumliche Ausstattung mit Felsen und trockenen Bereichen am Albtrauf mit hohen Totholzanteilen bietet dem Alpenbock seinen Lebensraum.
Alpenbock auf Totholz


 
Vermutlich ist der Alpenbock eine eiszeitliche Reliktart, die unter anderem an den besonnten Felsen am Albtrauf im Kreis Reutlingen überlebt und von dort aus die Alpen wiederbesiedelt hat. In den Wäldern am Albtrauf boten sich für den Alpenbock über Jahrtausende hinweg günstige Lebensbedingungen“, erklärt Kreisforstamtsleiter Matthias Kiess.
 
Das Augenmerk der Försterinnen und Förster liegt seit Jahrzehnten auf der Erhaltung dieser imposanten blau-schwarzen Käferart. Dabei wurde vor allem darauf geachtet, dass in besonnten Lagen im Bereich von Bad Urach bis Pfullingen und Reutlingen genügend Totholz im Wald verbleibt. In den Bannwäldern um Urach, die bereits vor dem ersten Weltkrieg ausgewiesen wurden und den extensiv bewirtschafteten Flächen im Bereich der Felsen hatte der Alpenbock auch in Zeiten intensiverer Waldbewirtschaftung noch einen sicheren Lebensraum. In den ehemaligen Forstämtern Bad Urach und Reutlingen wurden bereits seit Mitte des vergangenen Jahrhunderts Maßnahmen für den Alpenbock ergriffen. So wurden bereits in den 1960er Jahren beispielsweise im Bereich des Runden Berges Alt- und Totholz gezielt für den Alpenbock im Wald belassen. Dem Forstamt des Landkreises Reutlingen ist der Erhalt von Lebensstätten des Alpenbocks ein wichtiges Anliegen. Ein umfangreiches Angebot an Totholz sorgt für zahlreiche Brutplätze des besonderen Käfers. Die Ausweisung der Kernzonen im Biosphärengebiet, Alt- und Totholzkonzepte im öffentlichen Wald sowie gezielte Maßnahmen zur Förderung des Alpenbocks zeigen Wirkung. Im Rahmen einer umfassenden Kartierung der Alpenbock-Lebensstätten im Jahr 2013 konnte ein zusammenhängendes Verbreitungsgebiet am Albtrauf im Landkreis Reutlingen nachgewiesen werden. Der Landkreis Reutlingen hat im Rahmen des 111-Arten-Korbs der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg besondere Verantwortung für den Alpenbock übernommen. Darin finden sich 111 Arten, die besonders auf unsere Hilfe angewiesen sind und schwerpunktmäßig in Baden-Württemberg vorkommen. Durch die Aufnahme in den Anhang II und IV der FFH-Richtlinie unterliegt er dem besonders strengen europäischen Schutzregime. Im Anhang II der FFH-Richtlinie sind Tier- und Pflanzenarten aufgelistet, für die Schutzgebiete im NATURA 2000-Netz eingerichtet werden müssen. Anhang IV ist eine Liste von Tier- und Pflanzenarten, die unter dem besonderen Rechtsschutz der EU stehen, weil sie selten und schützenswert sind.
 
Gelegentlich erreichen das Kreisforstamt Reutlingen Anzeigen von besorgten Bürgerinnen und Bürgern, der asiatische Laubholzbock habe den Kreis Reutlingen erreicht. Dieser neu einwandernde, gefürchtete Holzschädling unterliegt besonderen Quarantänevorschriften der EU. Die eingereichten Fotos zeigten in der Vergangenheit allerdings immer eindeutig den Alpenbock, der von Laien leicht mit dem asiatischen Laubholzbock verwechselt werden kann.

  • Landratsamt Reutlingen
  • Bismarckstraße 47
  • 72764 Reutlingen
  • Telefon 07121 480-0