Veranstaltungsort
Wie muss es sich angefühlt haben, 1952 als einzige Frau unter 78 Abgeordneten den Plenarsaal in Straßburg zu betreten? Genau das erlebte Marga Klompé, die erste Frau im Europäischen Parlament. Diese und weitere Fragen stehen im Mittelpunkt des Europa-Workshops „Pionierinnen der EU“.
Heute, 74 Jahre später, hat das Parlament mit Roberta Metsola eine Frau als Präsidentin und tagt in einem Gebäude, das nach Louise Weiss benannt ist. Einer Journalistin, die während des Ersten Weltkriegs ihre Artikel über einen europäischen Frieden noch unter männlichem Pseudonym veröffentlichen musste. Alles gut also?
Welche Rolle spielten Frauen wie Klompé und Weiss für die Entstehung der EU und haben sich die Zeiten im heutigen EU-Parlament wirklich geändert, wenn Frauen zwar 51 Prozent der EU-Bevölkerung ausmachen, aber nur 38,7 Prozent der Abgeordneten Frauen sind?
Nach einem kurzen kulturhistorischen Impuls zum antiken Mythos der „Europa mit dem Stier“ entdecken interessierte Teilnehmende die Lebenswege bedeutender Europäerinnen - von Anna Lindh bis Ursula Hirschmann. Die Biografien erzählen von Mut, Rückschlägen und unbeirrbarem Engagement für die Rechte von Frauen und das Friedensprojekt Europa. Von Pionierinnen, die sich gegen größte Widerstände Zugang zur Weltbühne erkämpften und für ihre Überzeugungen sogar mit dem Leben bezahlten.
Zum Abschluss öffnet der Workshop den Blick auf die Gegenwart: Was bewegt Europas Frauen heute? Welche Herausforderungen sind geblieben und was können wir von den EU-Pionierinnen lernen?
Für die Teilnahme ist eine Anmeldung notwendig.