Erneuerbaren Energien in Baden-Württemberg

Berechne deine eigene CO2-Bilanz

Klimaschutz-Tipps für den Alltag

Treibhausgas-Emissionen und Erneuerbare Energien

Der Landkreis Reutlingen schreibt alle zwei Jahre die Energie- und CO2-Bilanz für das Landkreisgebiet fort. Die aktuellste Bilanz ist derzeit für das Jahr 2015. 2020 wird die Bilanz für 2017 erstellt. Die Energie- und CO2-Bilanzen für Kommunen hinken immer etwa zwei bis drei Jahre hinterher, da vorher die Daten für die Kommunen noch nicht vollständig vorliegen. Bei den vorliegenden Daten ist zu beachten, dass keine Emissionswerte der Landwirtschaft, des privaten Konsums (Ernährung, Kleidung) und Fernmobilität enthalten sind.

Die Energie- und CO2-Bilanz ist ein wichtiges Instrument für das Monitoring der Klimaschutzziele und um die bestehenden Potenziale in der Region zu identifizieren.

Endenergieverbrauch nach Verbrauchssektoren absolut, 2015
Endenergieverbrauch nach Verbrauchssektoren absolut im Landkreis in 2015

Im Vergleich zur letzten Bilanz in 2013 konnte der Endenergiebedarf um rund eine GWh (13 %) reduziert werden. Die privaten Haushalte haben mit 34% derzeit den größten Anteil am gesamten Endenergiebedarf. Dabei wird ein Großteil der Energie für die Wärmebereitstellung benötigt. Der größte Teil der Wärme in privaten Haushalten wird mittlerweile über den Energieträger Erdgas gewonnen. 2013 war noch der Energieträger Heizöl Spitzenreiter. Im Sektor „Gewerbe und Sonstige“ hat der Strombedarf den größten Anteil. Beim „Verarbeitenden Gewerbe“ entfällt ebenfalls der größte Anteil auf den Strombedarf.  Der Sektor Verkehr basiert nahezu ausschließlich auf fossilen Kraftstoffen. Die Potenziale liegen damit im Bereich Wärme bei den Privathaushalten, bei Gewerbe und Industrie beim Stromverbrauch sowie im Bereich nachhaltige Mobilität.

Treibhausgas-Emissionen nach Verbrauchssektoren absolut, 2015
Treibhausgas-Emissionen nach Verbrauchssektoren absolut im Landkreis, 2015

Durch den Endenergieverbrauch werden Treibhausgasemissionen (THG-Emissionen) verursacht. Unter den THG-Emissionen werden alle Emissionen, die eine Klimawirkung haben zusammen gefasst z.B. CO2, Methan, Lachgas. THG-Emissionen werden in der Einheit CO2-Äquivalte angegeben.
 
Gegenüber 2013 konnten die THG-Emissionen absolut, trotz steigender Einwohnerzahlen, um rund 11% reduziert werden.

Treibhausgas-Emissionen absolut und relativ, 2013 und 2015

2013 2015 Ziel
THG-Emissionen absolut
(Tonnen CO2-Äquivalente)
2.360.940 2.101.780 Landesziel: - 90%
bis 2050 ggü. 1990
THG-Emissionen je Einwohner
(Tonnen CO2-Äquivalente)
8,55 7,45 Landesziel: - 90%
bis 2050 ggü. 1990

Dementsprechend ist auch ein Rückgang bei den Emissionen je Einwohner zu verzeichnen, um immerhin knapp 13%. 

Strom aus erneuerbaren Energien 2015 in MWh

Strom aus erneuerbaren Energien 2015 in MWh

Der Anteil erneuerbarer Energiequellen im Stromverbrauch konnte seit 2013 um etwa 3% gesteigert werden. Mit nun 22% liegt der Landkreis Reutlingen etwas über dem Landesschnitt. Die Stromerzeugung aus Biomasse konnte seit 2013 um ca. 11% gesteigert werden und aus Photovoltaik sogar um ca. 30%. Die Stromerzeugung aus Windkraft stagniert und die Stromerzeugung aus Wasserkraft war 2015 leicht rückläufig.

Wärme aus erneuerbaren Energien in 2015 in MWh

Wärme aus erneuerbaren Energien 2015 in MWh


Der Anteil erneuerbarer Energiequellen beim Wärmebedarf lag 2015 mit rund 13% knapp unter dem Landesschnitt. Ein Vergleich mit den Zahlen 2013 ist nicht möglich, da sich hier die Berechnungsgrundlage geändert hat.

Die Daten zu den erneuerbaren Energien zeigen, dass sowohl im Bereich Strom als auch Wärme noch ein Ausbaupotenzial besteht.

Aus der Energie- und CO2-Bilanz des Landkreises können folgende großen Potenzialfelder abgeleitet werden:
  • Wärmeeffizienz bei den Privaten Haushalten
  • Stromeinsparung in der Industrie
  • Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien
  • KWK und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien
  • Etablierung nachhaltiger Mobilitätskonzepte und -formen
In der Handlungsstrategie Klimaschutz hat der Landkreis Handlungsfelder, Bausteine und mögliche Maßnahmen zum Erschließen dieser Potenziale definiert.

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